Die Fondsgesellschaften erwarten, dass sich Öl bis zum Jahresende nicht deutlich verteuert. Einmütig sind die Profis der Ansicht, dass der Preis der Sorte WTI nicht mehr an der Rekordmarke von 148,13 $ pro Barrel (159 Liter) kratzen wird. Sogar Notierungen um 90 $ gelten einigen Fondsmanagern als wahrscheinlich - ein Zeichen für zurückhaltende Konjunkturerwartungen.
Zunehmender Inflationsdruck spielt angesichts der skizzierten wirtschaftlichen Gesamtlage und des sinkenden Ölpreises bei Anlageentscheidungen keine entscheidende Rolle mehr. Alle Fondsmanager, die sich hierzu geäußert haben, erwarten aufgrund der Konjunkturschwäche für das Jahr 2009 fallende Inflationsraten.
Die Kreditkrise dagegen gilt keineswegs als ausgestanden: Für Klaus Wiener, Chefsvolkswirt bei Generali Investments, bestimmen sie und die daraus resultierenden realwirtschaftlichen Folgen nach wie vor das Anlageverhalten: "Schlüssel für eine nachhaltige Überwindung sind die US-Immobilienpreise. Erst wenn sich hier eine Bodenbildung abzeichnet, steigen die Chancen für eine dauerhafte Erholung an den Märkten."