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25.05.2010, 17:57
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Gezähmte Zocker:
Hedge-Fonds in Ketten
Immer mehr Manager starten regulierte Publikumsfonds. Anleger dürfen die Vorteile nicht überschätzen.
von Elisabeth Atzler
und Bernd Mikosch
Die Hedge-Fonds-Branche, so scheint es, hat ihre Lektion gelernt. Die einst als "Masters of the Universe" gefeierten Manager werben inzwischen ganz kleinlaut um frisches Geld, lassen sich in die Bücher blicken und machen sogar bei den üppig bemessenen Gebühren Abstriche. Der neueste Trend: Sie überführen ihre Strategien in Fonds, die der EU-Richtlinie "Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere" (OGAW, englisch UCITS) entsprechen.
"Derzeit werden jeden Monat bis zu zehn neue Hedge-Fonds im OGAW-Mantel aufgelegt", sagt Dennis Drenjovski, Vorstand des Schweizer Finanzdienstleisters 2n20.com. Sein Unternehmen hat Indizes entwickelt, die die Performance von OGAW-konformen Hedge-Fonds abbilden. Er schätzt die Zahl der entsprechenden Portfolios europaweit auf 150, Ende des Jahres dürften es deutlich mehr als 200 sein. Inzwischen verwalten die Fonds Drenjovski zufolge rund 20 Mrd. Euro.
Steckbrief
Zwei Faktoren befeuern den Trend: Zum einen müssen die Hedge-Fonds bei den Anlegern neues Vertrauen gewinnen. Zahlreiche ihrer ausgeklügelten Strategien hatten in der Finanzkrise versagt. Viele Investoren verloren nicht nur Geld, sondern kamen monatelang überhaupt nicht an ihr Anlagekapital heran. Hinzu kommen Betrugsfälle wie das Schneeballsystem von Bernard Madoff, der Anleger um mindestens 65 Mrd. $ geprellt haben soll. Kein Wunder, dass viele professionelle Investoren wie Versicherer und Pensionsfonds ihr Geld inzwischen lieber in einen regulierten OGAW-Fonds stecken als in ein Offshore-Portfolio. Zum anderen ergreifen viele Anbieter aus Furcht vor kommender harter Kontrolle die Flucht nach vorn: In der EU wird derzeit darum gerungen, welchen Regeln sich Hedge-Fonds künftig unterwerfen müssen. Publikumsfonds gelten offiziell nicht als Hedge-Fonds, Anbieter mit Produkten im OGAW-Mantel wären also fein raus.
Die neuartigen Fonds müssen sich bestimmten Vorgaben bei der Kreditaufnahme, beim Wetten auf fallende Kurse, bei der Zahl der Positionen sowie der Liquidität unterwerfen und Berichtspflichten nachkommen. Unter den Anbietern sind neben kleinen Häusern auch etliche namhafte Branchengrößen wie die Man Group, Marshall Wace und Bluecrest, allesamt mit Sitz in London. Allerdings steht dieser Weg nicht allen Managern offen: Aktien-Hedge-Fonds mit wenigen Einzelpositionen oder Handelsstrategien am Anleihemarkt können die Vorgaben nur erfüllen, wenn sie auf aggressive Teile der Strategie verzichten.
Für die Anleger bringen die Regeln nach Ansicht vieler Beobachter mehr Sicherheit. "Das operationale Risiko ist bei OGAW-Hedge-Fonds kleiner", sagt Herwig Kinzler, Leiter der Investmentberatung bei der Consultingfirma Mercer. Michael Busack von der Analysefirma Absolut Research verweist darauf, dass bei regulierten Fonds das Vermögen bei einer Depotbank lagert. "Ich sehe den Trend hin zu OGAW-Hedge-Fonds sehr positiv. Für Privatanleger ist das durchaus ein Produkt", sagt er. Der Experte warnt jedoch davor, die Vorteile zu überschätzen. "Ein OGAW-Hedge-Fonds ist nicht per se gut", sagt Busack. "Man muss genau darauf achten, dass der Fonds analog auch das umsetzt, was er unreguliert gemacht hat." Das sieht Berater Kinzler ähnlich. Der Blick auf die Verpackung allein reiche nicht: "Der Anleger sollte sich den Fonds und die Gesellschaft trotzdem genauer anschauen. Man kann nicht einfach sagen: ‚OGAW ist sicher.‘ Die Risiken des Wertverlusts bleiben."
Teil 2: Vorteil hohe Liquidität
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FTD.de, 25.05.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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