Ein mit Werbeplakaten behängtes Gebäude in Dubai
Dass es für das Geschäftmodell von Lohmann schwierig ist, liegt auf der Hand. Die Immobilienpreise haben sich in Dubai seit ihrem Hoch halbiert, die Analysten der Deutschen Bank rechnen mit einem weiteren Preisverfall um 20 Prozent. Der Preissturz brach vor allem den so genannten "Flippern" das Genick, den Spekulanten, die Immobilien erwerben und sofort weiterverkaufen. In Boomzeiten brachte das sichere Gewinne: In den USA wie auch in Dubai wechselten Immobilien bis zu zehn Mal zwischen den Flippern, ehe sich der erste Baukran drehte. Bricht der Markt jedoch ein, sitzen die Flipper auf Objekten, die sie nicht wollen. Oder nicht zahlen können.
Den "Master of Flipping" nennen Immobilien-Insider Lohmann im Wüstenemirat. Doch es hat sich ausgeflippert. Ohne Extrakugel. "Hier gibt es leere Häuser und Büros ohne Ende", sagt Esther Stimmler vom Deutschen Wirtschaftskreis in Dubai. Auch ACI-Projekte sind so ins Schlingern geraten. Bei der Auszahlung der Anleger von vier Fonds gebe es "Verzögerungen", gesteht ACI auf seiner Homepage ein, das Kapital sei nur noch "weitestgehend gesichert". Es geht zunächst "nur" um 54 Mio. Euro. Schuld sind die Anderen: Ein Käufer von ACI-Bauten könne angeblich nicht zahlen. Während FTD-Anfragen in den ACI-Büros in Gütersloh und Dubai unbeantwortet bleiben, meldete sich Robin Lohmann am Donnerstag auf der Online-Plattform "Arabian Business" mit den Worten: "Geld zurück ist derzeit keine Option".
Jetzt fahnden mehrere Anwaltsbüros nach geprellten ACI-Investoren. Anwalt Jens-Peter Gieschen aus Bremen, hat nach eigenen Angaben zehn Mandanten gewonnen. "Nach unseren Informationen sind auch bei Projekten, die Investoren als Sicherheit dienen sollen, die Bautätigkeiten inzwischen weitgehend eingestellt", sagt Gieschen. Auch einstige Vertriebspartner des Fonds haben sich von ACI distanziert. Man sehe "dringenden Handlungsbedarf", heißt es in einem Schreiben, dass der FTD vorliegt. Sie haben ein Kontrollgremium eingerichtet und fordern eine Gesellschafterversammlung der Fonds.
Der Berliner Anwalt Sven Tintemann will die prominenten Zugvögel, die die Immobilien bewarben, zur Verantwortung ziehen. Er bastelt nun an einer Klage gegen Schumi, Becker und Lauda.