Der kriselnde offene Immobilienfonds SEB Immoinvest wird abgewickelt. Das gab Fondsmanagerin Barbara Knoflach am Montag bekannt. Sie hatte den vor zwei Jahren eingefrorenen Fonds mit einem Volumen von 6 Mrd. Euro für einen Tag probeweise wieder geöffnet. Die Zahl der Anleger, die daraufhin ihre Anteile zurückzugeben versuchten, war für eine Weiterführung aber zu hoch. Bei einer Auszahlung aller ausstiegswilligen Investoren wäre der Fonds wieder in Schieflage geraten. Daher werde der Immoinvest bis zum 30. April 2017 aufgelöst, teilte Knoflach mit.
Der restliche Immobilienbestand soll bis dahin abverkauft werden. Die Verkaufserlöse werden in halbjährlichen Tranchen ausgeschüttet. Eine erste Auszahlung soll es schon im Juni geben. Offene Immobilienfonds galten lange als sichere Investition für Privatanleger, die jederzeit an ihr Geld kommen wollen. Die Branche geriet im Zuge der Finanzkrise in große Schwierigkeiten, weil zahlreiche Großinvestoren gleichzeitig Anteile zurückgeben wollten, um an Bargeld zu kommen. Mehrere Fonds mussten die Rücknahme von Anteilsscheinen zum Schutz der restlichen Anleger aussetzen. Sonst wären die Barmittel aufgezehrt worden, und die Fonds hätten ihre Gebäude unter Wert notverkaufen müssen.