Weiteres Ergebnis: Waren aktive Fondsmanager in der Lage, in der Vergangenheit signifikantes und echtes Alpha zu erzielen, gelingt ihnen auch in den darauf folgenden zwölf Monaten im Durchschnitt ein Mehrwert zu ihrem Vergleichsindex. "Aus unserer Sicht sind das klare Argumente für aktives Management, vor allem, weil auch mit Blick nach vorn die Identifikation der Guten unter den Aktiven möglich ist", sagt Romig.
Bessere Chancen im Vergleich zu passiven Anlagen bieten sich nach seiner Ansicht vor allem dann, wenn keine klaren Trends bestehen und Titelselektion gefragt ist, so wie es derzeit der Fall ist. "Gute aktive Manager können diese Bedingungen grundsätzlich nutzen, um daraus Kapital zu schlagen und einen echten Mehrwert gegenüber einem passiven Marktindex zu erzielen", ist sich Romig sicher.
Anleger sollten zudem bedenken, dass viele Indizes die Welt von gestern abbilden. Aktien, deren Börsenwert zuvor stark gestiegen ist, werden in den Index aufgenommen oder innerhalb des Index höher gewichtet. Das bedeutet, dass die bereits gut gelaufenen Werte in den Index aufgenommen werden und das Kurswachstum der Vergangenheit somit das einzige Kriterium für die Aktiengewichtung ist. Damit investieren ETF-Anleger systematisch prozyklisch. Zudem ist man mit konventionellen ETFs immer voll investiert, das Portfolio entspricht in seiner Zusammensetzung dem gewählten Index. So schön das bei steigenden Kursen sein kann, so sehr würde man sich bei fallenden Kursen oder langen Seitwärtsbewegungen wünschen, in einem aktiv gemanagten Fonds investiert zu sein.
Aktives Fondsmanagement muss nicht zwangsläufig besser sein als passives, sagt Bert Flossbach, Chef der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch. Er hat aber festgestellt: "Die Entwicklung geht Back-to-the-Roots, das heißt, es geht darum, absolute Performance erzielen - egal ob mit Stock-Picking, einer ETF-Auswahl oder einer Multi-Asset-Allocation." Wie erfolgreich aktives Management in unruhigen Märkten sein kann, zeigt das Beispiel des Flossbach von Storch Strategie Multiple Opportunities. Seit Auflegung im Oktober 2007 hat der flexible Mischfonds rund 40 Prozent zugelegt, während alle etablierten Aktienindizes im Minus sind. "Das Ziel sollte sein, Geld zu verdienen und dabei eine möglichst freie Hand bezüglich der Asset-Allocation haben zu können", sagt Flossbach.