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Merken   Drucken   09.05.2011, 09:13 Schriftgröße: AAA

Investmentfonds: Auswahl macht den Unterschied

So bequem passive Produkte auch sein mögen: bei fallenden Kursen oder langen Seitwärtsbewegungen hat aktives Management wieder die Nase vorn. von Heino Reents
Passives Management zahlt sich langfristig aus, heißt es immer wieder. Weil der Großteil der Fondsmanager es nicht schafft, den Vergleichsindex zu schlagen, seien Anleger mit Exchange-Traded Funds, kurz ETFs, besser bedient, raten auch viele Verbraucherschützer. Doch langsam scheint wieder ein Umdenken stattzufinden; nicht zuletzt, weil die Wertentwicklung aktiv gemanagter Fonds in vielen Sektoren und Regionen besser ausfiel als der jeweilige Index. Speziell in Seitwärts- und in fallenden Märkten können aktive Manager einen Mehrwert erzielen, sagen ETF-Kritiker.
Auch interne Studien von Union Investment zeigen den Vorteil des aktiven Managements. Demnach liegt der durchschnittliche Aktienfonds über verschiedene Zeiträume und verschiedene Peergroups nach Kosten knapp vor der Benchmark. "Die besten 25 Prozent generieren im Durchschnitt sogar plus vier Prozent Mehrertrag zum Index pro Jahr", sagt Thomas Romig, Leiter Multi Asset Management bei Union Investment.
Weiteres Ergebnis: Waren aktive Fondsmanager in der Lage, in der Vergangenheit signifikantes und echtes Alpha zu erzielen, gelingt ihnen auch in den darauf folgenden zwölf Monaten im Durchschnitt ein Mehrwert zu ihrem Vergleichsindex. "Aus unserer Sicht sind das klare Argumente für aktives Management, vor allem, weil auch mit Blick nach vorn die Identifikation der Guten unter den Aktiven möglich ist", sagt Romig.
Bessere Chancen im Vergleich zu passiven Anlagen bieten sich nach seiner Ansicht vor allem dann, wenn keine klaren Trends bestehen und Titelselektion gefragt ist, so wie es derzeit der Fall ist. "Gute aktive Manager können diese Bedingungen grundsätzlich nutzen, um daraus Kapital zu schlagen und einen echten Mehrwert gegenüber einem passiven Marktindex zu erzielen", ist sich Romig sicher.
Anleger sollten zudem bedenken, dass viele Indizes die Welt von gestern abbilden. Aktien, deren Börsenwert zuvor stark gestiegen ist, werden in den Index aufgenommen oder innerhalb des Index höher gewichtet. Das bedeutet, dass die bereits gut gelaufenen Werte in den Index aufgenommen werden und das Kurswachstum der Vergangenheit somit das einzige Kriterium für die Aktiengewichtung ist. Damit investieren ETF-Anleger systematisch prozyklisch. Zudem ist man mit konventionellen ETFs immer voll investiert, das Portfolio entspricht in seiner Zusammensetzung dem gewählten Index. So schön das bei steigenden Kursen sein kann, so sehr würde man sich bei fallenden Kursen oder langen Seitwärtsbewegungen wünschen, in einem aktiv gemanagten Fonds investiert zu sein.
Aktives Fondsmanagement muss nicht zwangsläufig besser sein als passives, sagt Bert Flossbach, Chef der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch. Er hat aber festgestellt: "Die Entwicklung geht Back-to-the-Roots, das heißt, es geht darum, absolute Performance erzielen - egal ob mit Stock-Picking, einer ETF-Auswahl oder einer Multi-Asset-Allocation." Wie erfolgreich aktives Management in unruhigen Märkten sein kann, zeigt das Beispiel des Flossbach von Storch Strategie Multiple Opportunities. Seit Auflegung im Oktober 2007 hat der flexible Mischfonds rund 40 Prozent zugelegt, während alle etablierten Aktienindizes im Minus sind. "Das Ziel sollte sein, Geld zu verdienen und dabei eine möglichst freie Hand bezüglich der Asset-Allocation haben zu können", sagt Flossbach.
  • FTD.de, 09.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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