Auch Wasserfonds können sich dem Abwärtstrend an den Weltbörsen nicht entziehen. Hohe Verluste mussten die Anleger verkaften, besonders in China und Russland. Dennoch sehen die Experten für die Zukunft in Wasserfonds viel Potenzial. von Maximilian Pisacane
Zahlreiche Studien der vergangenen Jahre beweisen: Wasser ist ein teures Gut. Denn die Vereinten Nationen (UN) erwarten, dass Landwirtschaft, Industrie und private Haushalte im Jahr 2025 bis zu 40 Prozent mehr Wasser vergießen als heute. "Wir rechnen daher für die Wasserbranche mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu acht Prozent", sagt Hans Peter Portner, Manager des Pictet Water Fund. Die Investmentbank Goldman Sachs geht sogar von 15 bis 25 Prozent aus.
Die anstehenden Verteilungsprobleme machen das kühle Nass zum "blauen Gold" des 21. Jahrhunderts: Zum einen verbrauchen aufstrebende Nationen wie China oder Indien mehr Wasser; zum anderen stammt die Infrastruktur zahlreicher Großstädte der westlichen Industrienationen teilweise aus dem 19. Jahrhundert.
So sollen beispielsweise wegen Lecks in den alten Rohren Londons bis zu 50 Prozent versickern. Auch jenseits des Großen Teiches verrinnen etwa 20 Prozent des geförderten Wassers ungenutzt. Die Schätzungen für die notwendigen Investitionen bis 2030 liegen zwischen 500 und 1000 Mrd. $.
ETFs sind attraktiver
Privatanleger können von dem Trend allerdings nur über Umwege profitieren, schließlich kann man sich Wasser nicht ins Depot legen. Infrage kommt stattdessen entweder ein Einzelinvestment, oder aber ein spezialisierter Wasserfonds. Letztere investieren in verschiedene Unternehmen aus den Bereichen Infrastruktur und Dienstleistung rund ums Wasser. Aufgrund ihrer verschiedenen Depotpositionen weisen Fonds in der Regel ein geringeres Risiko auf als Einzelinvestments.
Hierzulande sind eine Handvoll aktiv gemanagter Wasserfonds erhältlich, zu den bekanntesten gehören der Pictet Water Fund und der SAM Sustainable Water Fund. Daneben können Anleger auch auf mittlerweile drei sogenannte Exchange-Traded Funds (ETFs) ausweichen, die jeweils einen Wasserindex abbilden: Der iShares S&P Global Water ETF beinhaltet 50 Aktiengesellschaften, der Powershares Palisades Global Water Fund 37 Gesellschaften und der Lyxor ETF Global Water 20 Unternehmen. Der Vorteil: ETFs sind besonders aufgrund ihrer geringeren Gebühren gegenüber aktiv gemanagten Fonds interessant.
Wasserfonds verliert an Performance
Dem Abwärtstrend an den Börsen konnten sich jedoch auch die Wasserfonds nicht entziehen. Der SAM-Fonds etwa verlor auf Jahressicht mehr als 34 Prozent, das Pictet-Produkt imnmerhin noch 22 Prozent. Bei den ETFs sieht es nicht besser aus: Das iShares-Produkt büßte seit Auflegung im Mai dieses Jahres fast 50 Prozent ein, der Powershares Palisades seit Zulassung im November 2007 mehr als 30 Prozent, der ebenfalls seit November des vergangenen Jahres erhältliche Lyxor-Fonds sackte ebenfalls fast 30 Prozent ab.
"Der Markt hat das Potenzial von Wasserinvestments noch nicht voll realisiert", sagt Frank Henze, Leiter Produktmanagement Deutschland bei der iShares-Mutter Barclays Global Investors. Allerdings schnitt der Gesamtmarkt auch nicht viel besser ab. Der Dax verlor auf Jahressicht mehr als 30 Prozent, der Dow Jones fast ebenso viel. Wer in China oder Russland investiert hat, muss sogar doppelt so hohe Verluste verkraften.
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