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Merken   Drucken   07.11.2008, 09:00 Schriftgröße: AAA

Investmentfonds: Die Tücken bei Absolute-Return-Fonds

Absolute-Return-Fonds oder Total-Return-Fonds versprechen Anlegern, Verluste zu vermeiden. Doch längst nicht allen gelingt das. Das Segment steht vor einer Bewährungsprobe, die ersten Anbieter geben auf. von Wolf Brandes
Unabhängig von der Entwicklung an den Märkten wollen Absolute-Return-Fonds solide Renditen erzielen. Doch der Praxistest ging daneben: Die Fonds legten in den vergangenen Monaten fast ohne Ausnahme miese Performancezahlen vor. Dabei hatte es so schön geklungen: Nie wieder Verluste und mehr Zinsen als beim Tagesgeldkonto. Jetzt hagelt es bissige Kommentare, die Fonds seien "absolut nicht sicher" und "absolut überflüssig".
Schon bei der Frage, was Absolute- Return-Fonds sind, gehen die Meinungen auseinander. Einige Manager setzen nur eine Anlageform ein, einige verfolgen feste Renditeziele, andere akzeptieren kleinere Verluste.
Das Spektrum reicht von Strategien, die im Wesentlichen auf Anleihen basieren, über Multi-Asset-Fonds, die viele verschiedene Anlageformen nutzen, bis hin zu Spezialitäten. Jüngstes Beispiel sind Fonds, die im Microfinance-Bereich tätig sind, also Kleinkredite in Schwellenländern finanzieren - absolute Return mit guter Rendite und gutem Gewissen.
Erste Schließungen
Unter den größeren Absolute-Return-Fonds schaffte es gemäß der Analysefirma Morningstar keiner, in den vergangenen drei Jahren das selbst gesetzte Renditeziel zu erreichen. Meist peilen die Fondsmanager an, pro Jahr den Geldmarktzins plus ein bis vier Prozent zu erwirtschaften. Am besten schnitt der Julius Bär Absolute Return Bond mit einer Drei-Jahres-Performance von 7,9 Prozent ab.
Auch die Verlustvermeidung gelang nicht allen. In den vergangenen zwölf Monaten sind etliche Fonds deutlich in die roten Zahlen gerutscht. "Die meisten Fonds konnten ein zentrales Versprechen allerdings halten, nämlich absolute positive Ergebnisse zu erzielen", sagt Ralf Lochmüller, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Lupus Alpha.
"Absolute Return wird viel gescholten, ist aber nach wie vor attraktiv." Lochmüller verweist auf die Wünsche von Investoren, trotz hoher Risikoaversion und kürzeren Anlagehorizonten Marktchancen nutzen zu wollen.
Erste Schließungen sind die Konsequenzen der schwachen Ergebnisse. So hat Allianz Global Investors mangels Erfolg nach vier Jahren zwei Fonds geschlossen - obwohl die Gesellschaft in der Anfangsphase ein Vermögen von 2 Mrd. Euro verwaltete und sich als Marktführer im Segment Absolute Return bezeichnete.
Weitere Bereinigungen erwartet
"Die ernüchternden Ergebnisse der meisten Absolute-Return-Strategien haben zu einer kritischen Haltung vieler Dachfondsmanager gegenüber diesen Ansätzen geführt", sagt Rüdiger Sälzle, Chef der Analysefirma Fondsconsult. Und es dürfte zu weiteren Bereinigungen kommen: "Wer nicht performt, verschwindet vom Markt. Das gilt auch für die etablierten großen Fondsgesellschaften", sagt Lochmüller.
Doch es dürfte schwer werden, das Vertrauen der Anleger für die einst Wunderfonds genannten Produkte zurückzugewinnen. Beim Pioneer Total Return haben die Kunden etwa mehr als 3 Mrd. Euro abgezogen. Fondsmanager Gerd Rendenbach räumt ein: "Auch mit einem Total-Return-Fonds ist man zu einem gewissen Grad abhängig von den Märkten."

Teil 2: Optimismus trotz der Rückschläge

  • FTD.de, 07.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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