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Merken   Drucken   09.05.2009, 08:00 Schriftgröße: AAA

Investmentfonds: Dividendenfonds gegen den Kurssturz

Unternehmensausschüttungen sind nach schwachen Jahren wieder im Anlegerfokus. Die Rechnung könnte in der aktuellen Marktsituation aufgehen. von Gerd Hübner
Eigentlich gelten Dividendenfonds als defensiv. Denn deren Idee ist es, auf Unternehmen zu setzen, die eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik verfolgen, die also nachhaltig steigende Dividenden zahlen. Dies soll die Aktienkurse der Firmen stützen und in turbulenten Marktphasen für Stabilität sorgen.
Zuletzt funktionierte diese Strategie jedoch nicht. Auch Dividendenfonds wurden von der Finanzkrise stark in Mitleidenschaft gezogen. Einige Portfolios büßten in einem Jahr über 50 Prozent an Wert ein. "In der Vergangenheit zeichnete sich vor allem der Finanzsektor durch hohe Dividendenzahlungen aus", sagt Thomas Schüssler, Fondsmanager des DWS Top Dividende.
"Aus diesem Grund hatten viele Fonds diese Branche stark übergewichtet." Gerade dies wurde den Körben zum Verhängnis. Denn Banktitel litten unter der Finanzkrise besonders stark. Die Ausschüttungen fielen aus, und die Kurse von Bankenaktien brachen dramatisch ein. Nur Fonds, die sich rechtzeitig aus diesem Sektor zurückzogen, konnten Verluste begrenzen.
Die richtige Strategie
Mit einem Minus von 30 Prozent auf Sicht von einem Jahr hielt sich zum Beispiel der DWS Top Dividende verhältnismäßig gut. "Wir wussten nicht, wie schlimm es werden würde, aber als wir den Beginn der Immobilienkrise gesehen haben, wurden wir bei Banken, bei denen Dividendenrenditen und Ausschüttungsquoten auffallend hoch waren, vorsichtig", sagt Schüssler.
Ein Blick auf die aktuellen Ausschüttungen zeigt, dass dies die richtige Strategie war. Am deutschen Markt fallen bei der Commerzbank oder der Postbank die Ausschüttungen für 2008 ganz aus, die Deutsche Bank muss die Dividende drastisch kürzen. Doch auch insgesamt gehen die Ausschüttungen zurück.
Allein US-Unternehmen werden in diesem Jahr 77 Mrd. $ weniger ausschütten als im Vorjahr. Ad van Tiggelen, Chefstratege von ING Investment Management, rechnet insgesamt mit einer Kürzung der Dividenden um 30 bis 40 Prozent.
Hohen Dividendenrenditen
Dennoch halten Experten die Ausschüttungsstrategie derzeit für die richtige. "Im historischen Vergleich und auch verglichen mit dem Geld- und Anleihemarkt sind die Dividendenrenditen sehr attraktiv", sagt Tiggelen.
Schüssler beurteilt das ebenso. "Dax-Firmen bringen derzeit Dividendenrenditen von durchschnittlich rund fünf Prozent, einzelne Werte bringen es gar auf über sieben Prozent." Grund dafür sind die drastischen Kurseinbrüche, die zu niedrigen Kursen und in der Folge zu solch hohen Dividendenrenditen geführt haben.
Doch gilt dies eben nicht für den breiten Markt, sondern nur partiell. Mehr denn je ist deshalb entscheidend, in welcher Branche eine Firma ist, welches Geschäftsmodell sie verfolgt, wie sie aufgestellt ist und wie ihre finanzielle Lage ist. Experten bevorzugen derzeit defensive Sektoren wie Telekommunikation, Öl, Versorger oder Tabakunternehmen. "Firmen, die aus ihrem laufenden Cashflow Dividenden zahlen können, sind aktuell höchst attraktiv", sagt Schüssler.

Teil 2: Höhere Ausschüttungen als im Vorjahr

  • FTD.de, 09.05.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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