Emerging Markets gehen gestärkt aus der Krise hervor. Trotz hoher Verluste ist das Wachstum stark. Der wachsende Wohlstand bei zwei Milliarden Menschen in China und Indien bleibe nicht ohne Folgen für die Welt. von Heino Reents
Der Risikohunger der Investoren wächst. Das zeigt sich eindrucksvoll daran, dass zuletzt riskante Vermögenswerte weiter zugelegt haben. Unterstützt von positiven Konjunkturprognosen waren vor allem Aktien aus den Emerging Markets gefragt.
Das Potenzial ist groß: Im vergangenen Jahr gehörte beispielsweise Russland mit Verlusten von über 70 Prozent zu den ertragsschwächsten Aktienmärkten im Schwellenländeruniversum. In diesem Jahr konnte sich der Markt eindrucksvoll erholen und legte bis Oktober knapp 100 Prozent zu. Kein Einzelfall: Der breit gestreute MSCI Emerging Markets verbuchte seit Jahresanfang immerhin noch ein Plus von 65 Prozent.
"Alle Wege führen in die Schwellenländer", sagt Allan Conway, Leiter Aktien Schwellenländer bei der Investmentgesellschaft Schroders. Der wachsende Wohlstand bei zwei Milliarden Menschen in China und Indien bleibe nicht ohne Folgen für die Welt und habe das Bild der globalen Nachfrage bereits verändert, so Conway. So sei beispielsweise der Absatz von Kraftfahrzeugen in den Schwellenländern bereits höher als in den USA, Europa und Japan zusammen.
Immer wichtiger werde auch der Handel zwischen den Schwellenländern. So habe China seit einiger Zeit einen deutlich höheren Anteil an den Schwellenländerexporten als die USA.
Seien Länder wie China, Korea und Taiwan früher vor allem von Exporten in den Westen abhängig gewesen, sei das Wachstum inzwischen stärker von der steigenden Binnennachfrage und dem Handel untereinander geprägt. "Die Schwellenländer haben sich in hohem Maße von der entwickelten Welt abgekoppelt", sagt Conway.
Für die Aktienmärkte der Schwellenländer ist der Experte trotz der starken Erholung in den vergangenen Monaten weiterhin optimistisch gestimmt. Zwar könne es kurzfristige Rückschläge geben, doch seien die fundamentalen Gründe, die für ein Investment in den Schwellenländern sprechen, weiterhin intakt: "Unserer Meinung nach hat die Reise gerade erst begonnen."
Rückschläge nicht ausgeschlossen
Unterstützung erhält Conway auch von anderen Experten: Laut John Pollen, Fondsmanager des Pioneer Funds - Emerging Markets Equity, haben sich die Schwellenländer rascher und besser als erwartet von der Wirtschaftskrise erholt.
"Dieser Trend wird sich im ersten Halbjahr 2010 verstärkt fortsetzen, weil erst dann die umfangreichen Konjunkturprogramme ihre volle Wirkung entfalten und die heimische Nachfrage weiter beflügeln werden", erwartet Pollen.
Seiner Meinung nach gehen die Schwellenländer ohnehin gestärkt aus der Krise hervor. Zum einen sei die Finanzlage der Schwellenländer nicht so schlecht wie in den USA, dem Euro-Raum und Japan. Zum anderen habe der Finanzsektor der Emerging Markets nicht so stark gelitten wie in den Industriestaaten.
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Das politische Geschacher in Athen um weitere Milliardenkürzungen zieht sich hin. Der deutsche Finanzstaatssekretär zeigt sich genervt. Auch in Hellas wächst der Unmut. Wirtschaftsminister Chrysochoidis sieht den sozialen Frieden in Gefahr. mehr
Die Regierungsparteien in Athen haben sich zu tiefen Einschnitten durchgerungen. Beim Ausmaß der Kürzungen für Pensionäre eskaliert jedoch der Streit. Deutschland zeigt sich genervt von dem Hickhack. mehr
Die Regierungsparteien in Athen verkünden eine Einigung über ein neues Sparpaket, teilen aber keine Details mit. Die Euro-Partner zeigen sich misstrauisch. Bundesfinanzminister Schäuble lehnt ein rasches Ja zu weiteren Hilfsgeldern ab. mehr
Öl ist teuer, die Referenzsorte Brent notiert deutlich über 100 Dollar je Fass. Kanadisches Öl gibt es dagegen schon für gut 60 Dollar. Denn die Förderer leiden unter den Besonderheiten des nordamerikanischen Ölmarkts. Eine Posse mit technischen und politischen Implikationen mehr
Die griechische Regierungspartei Laos wehrt sich gegen das Sparpaket. Die Aktienmärkte reagieren verschreckt. Das Schuldendrama zieht Finanztitel nach unten. mehr
Im vergangenen Jahr zogen private Investoren Milliarden aus Publikumsfonds ab. Grund ist laut Branchenverband die Krise in Europa und mangelndes Vertrauen in die Politik. mehr
Was bekommen Sie - nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben - auf die Hand? Prüfen Sie mit dem kostenlosen Gehaltsrechner für 2011 und 2012, ob eine Gehaltserhöhung, ein Krankenkassen- oder Jobwechsel den gewünschten Gehaltssprung bringt. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!