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Merken   Drucken   10.10.2009, 18:29 Schriftgröße: AAA

Investmentfonds: Frischer Wind fürs Depot

Die Nachfrage nach alternativen Energien wird aufgrund der globalen Erwärmung kontinuierlich steigen. Davon wollen nun auch Neue-Energie-Fonds profitieren. von Gerd Hübner
Gerade einmal eineinhalb Jahre ist es her, da war der Begriff "Klimakatastrophe" das Wort des Jahres. Es war das beherrschende Thema in den Medien im Jahr 2007. Es war das Thema, das die Gemüter der Menschen rund um den Globus bewegte.
Nur eineinhalb Jahre später, und inzwischen führt das Thema "Klimawandel" nur noch ein Schattendasein. Stattdessen beherrschen Finanzkrise und Rezession die Schlagzeilen. Was also ist los? Erwärmt die Erde sich nicht weiter?
Weit gefehlt. Jüngste Aussagen des Weltklimarats (IPCC) lassen eher das Gegenteil fürchten. Die globale Erwärmung, so ein Mitglied des IPCC im Frühjahr 2009, könne deutlich stärker und noch schwerwiegender ausfallen, als noch im vierten Weltklimabericht aus dem Jahr 2007 prognostiziert. Auch der kontinuierliche Anstieg des Meeresspiegels beunruhigt die Wissenschaftler sehr. Dieser sei, so belegen neue Untersuchungen, zwischen 1961 und 2003 um 50 Prozent stärker gestiegen als bislang vermutet.
Konjunkturpakete fließen in den Sektor der erneuerbaren Energien
Keine Entwarnung also. Eine Botschaft, die - auch wenn sie derzeit in der Öffentlichkeit absolut nicht das Thema Nummer eins ist - bei manchen Regierungen offenbar doch angekommen ist. "Erhebliche Teile der zur Bekämpfung der Rezession geschnürten Konjunkturpakete fließen in den Sektor der erneuerbaren Energien", sagt Robin Batchelor aus dem Fondsmanagement des BlackRock New Energy Fund.
Insgesamt, so hat Matthias Fawer, Nachhaltigkeitsanalyst bei der Bank Sarasin, nachgerechnet, seien im Rahmen der Stützungsmaßnahmen rund 180 Mrd. $ für diese Branche vorgesehen. Allein rund 40 Mrd. $ davon werden noch im laufenden Jahr fließen.
Das ist gut für die Umwelt. Und das ist auch gut für die Branche. Denn trotz rasanten Wachstums leiden die Firmen dieses Sektors. Nach Angaben der Schweizer Bank Sarasin stieg die weltweite Fotovoltaikleistung im Jahr 2008 um 125 Prozent. Die neu installierte Windenergieleistung habe nach Schätzung von SAM Sustainable Asset Management von Mitte 1996 bis 2008 pro Jahr um durchschnittlich 28 Prozent zugelegt, und die Experten erwarten bis zum Jahr 2013 ein jährliches Wachstum von etwa 15,5 Prozent.
Ächzen unter Überkapazitäten, leiden unter sinkenden Preisen
Dies alles konnte aber nicht verhindern, dass die Aktienkurse der Unternehmen abstürzten. Führende Solarfirmen wie Q-Cells verloren zeitweise fast 90 Prozent an Wert. Der Grund: Der Sektor ächzt unter Überkapazitäten, leidet unter sinkenden Preisen. Sarasin-Experte Fawer schätzt den Preisverfall auf immerhin 30 bis 40 Prozent. Vor allem deutsche Firmen leiden unter zu hohen Kosten. Es ist deshalb auch davon auszugehen, dass hier noch das eine oder andere Unternehmen seine Segel streichen muss.
Aus diesem Grund sind auch die Ausgaben für alternative Energien im Rahmen der Konjunkturprogramme mit Vorsicht zu genießen. "Sie werden vorerst nur den Umsatzausfall, der Folge der Finanzkrise und der Rezession ist, ausgleichen", sagt Fondsmanager Fawer.
Dennoch spricht einiges für ein langfristiges Investment. Zum Beispiel die niedrigen Kurse. "Einige Firmen dieses Sektors sind so attraktiv bewertet wie lange nicht", sagt BlackRock-Manager Batchelor. Dazu kommen die gestiegenen Notierungen für fossile Energieträger wie Kohle, Gas oder Öl. "Je höher deren Preis, desto wettbewerbsfähiger wird die alternative Energieerzeugung", sagt er.

Teil 2: Die langfristigen Aussichten sind bestens

  • FTD.de, 10.10.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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