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Merken   Drucken   20.06.2009, 08:00 Schriftgröße: AAA

Investmentfonds: Gekonnt auf die richtigen Trends setzen

Mit Megatrends Kursgewinne machen - das hört sich einfacher an, als es ist. Wer jetzt aber Anlagethemen wie Infrastruktur oder Demografie als langfristig aussichtsreich identifiziert, hat gleich mehrere Produkte zur Auswahl. von Heino Reents
Das Konzept ist gut, nur der Name war es bislang nicht. Deshalb hat die Dekabank, der Vermögensverwalter der Sparkassen-Gruppe, den Aktienfonds Deka-Xtension vor einigen Wochen in Deka-Megatrends umbenannt.
Die Anlagepolitik und die Konditionen der Fonds bleiben laut Dekabank unverändert. Die Umbenennung sei vielmehr erfolgt, um das Anlagekonzept im Fondsnamen transparent zu machen. Die Fonds investieren weltweit in Unternehmen, die von globalen Megatrends wie erneuerbaren Energien oder dem demografischen Wandel profitieren sollen.
Keine Frage, Megatrends hört sich einfach besser an als "Xtension" - und verspricht damit mehr Nachfrage. Denn in unruhigen Zeiten wie diesen suchen Anleger verstärkt nach Themen, von denen sie langfristig profitieren können.
Zu den aussichtsreichen Megatrends, von denen Anleger auf lange Sicht profitieren dürften, zählt ohne Zweifel das Thema Infrastruktur. Rund um den Globus machen die Finanzminister derzeit Geld für milliardenschwere Konjunkturprogramme locker: 800 Mrd. $ in den USA, 500 Mrd. $ in China und noch einmal mehr als 50 Mrd. $ allein in Deutschland sollen in den kommenden Monaten und Jahren die Wirtschaft ankurbeln. Zu den größten Nutznießern dieser Investitionen gehört die Infrastruktur. Sie bildet nicht nur hierzulande eines der Kernziele für den Geldregen der Regierungen.
Mehr als ein Dutzend
Der Spielraum für solche Ausgaben ist beträchtlich: Die OECD taxiert den weltweiten Investitionsbedarf in Infrastruktur bis 2030 auf 70.000 Mrd. $. Zum einen gilt es, Straßen zu sanieren, undichte Wasserrohre zu flicken oder Stromleitungen zu reparieren. Zum anderen müssen auch neue Bahnlinien, Flughäfen und Autobahnen gebaut werden, ohne die Volkswirtschaften nicht wachsen können.
Lange Zeit war die Anlageklasse Infrastruktur institutionellen Investoren vorbehalten. Das hat sich geändert, auf den Zug sind mittlerweile auch die Fondsgesellschaften aufgesprungen. In den vergangenen drei Jahren sind mehr als ein Dutzend Fonds auf den Markt gekommen. Mit dabei sind Schweizer Banken wie Clariden Leu, Credit Suisse, UBS und Julius Bär, die den Bereich zumeist global abdecken. Auch Invesco und DWS haben entsprechende Fonds aufgelegt.
Der DWS Global Infrastructure etwa legt mehr als 70 Prozent seines Vermögens in Aktien von Firmen an, die weltweit am Aus- und Aufbau von Verkehrsprojekten beteiligt sind, die Bevölkerung mit Energie und Wasser versorgen oder Telekommunikationsnetze betreiben.
Niederschlag auf die Performance
Der Julius Bär Infrastructure Fund investiert in mittel- bis großkapitalisierte Unternehmen, die Infrastrukturanlagen besitzen oder sie betreiben und damit wichtige Dienstleistungen wie Strom- und Wasserversorgung, Abfallbeseitigung, Öl- und Gastransport durch Pipelines, oder das Betreiben von wichtigen Straßenverbindungen, Flughäfen und Hafenanlagen bereitstellen.
"Die Betriebsergebnisse dieser Firmen werden in der Regel getrieben durch monopolähnliche Marktpositionen, langfristig regulatorisch oder vertraglich gänzlich oder teilweise gesicherte Einnahmen, teilweisen Inflationsschutz sowie eine aufgrund der Art der Dienstleistungen mehrheitlich unelastische Nachfrage", sagt Justin Lannen, Manager des JB Infrastructure Fund.
Zumindest auf kurze Sicht haben diese Chancen sich jedoch noch nicht in der Performance niedergeschlagen: "Über die vergangenen Monate, insbesondere seit dem Bankrott von Lehman Brothers, haben die Aktienmärkte in der gesamten Breite und ohne Rücksicht auf sektorspezifische Fundamentaldaten nach unten korrigiert", sagt Lannen. "Deshalb meinen wir, dass die Aktien solider Infrastrukturunternehmen heute attraktiv bewertet sind."

Teil 2: Passive Investments

  • FTD.de, 20.06.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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