Alles wird besserDer Renditeanstieg, der zwangsläufig deutliche Kurseinbußen bei Euroanleihen zur Folge hatte, weil sich Börsenpreise und Gesamtverzinsung von Schuldverschreibungen gegenläufig entwickeln, verdeutlicht, welchem Wechselbad der Gefühle Anleger derzeit an den sonst vergleichsweise stabilen Zinsmärkten ausgesetzt sind.
Doch nun soll alles besser werden. "Insgesamt sehen wir die weitere Entwicklung an den europäischen Rentenmärkten positiv", sagt Bernd Riedel, Director Financial Institutions bei UBS Global Asset Management Deutschland. Die konjunkturelle Abschwächung spreche für fallende Renditen. "Und dies sollte sich entspannend auf die noch hohe Inflation auswirken", sagt Riedel. Zudem würden immer mehr Investoren damit rechnen, dass die EZB bereits Ende 2008 den Leitzins zum ersten Mal senken könnte, womit die Kurse der am Markt erhältlichen Papiere steigen würden.
Eine Meinung, die auch Ampega-Gerling-Stratege Frisch vertritt: "Aufgrund der zu erwartenden nachlassenden Inflationsdynamik und der schwächeren Weltkonjunktur wird der nächste Zinsschritt der EZB nach unten erfolgen, spätestens zu Beginn des kommenden Jahrs." 2009 erwartet Frisch einen EZB-Leitzins von weniger als vier Prozent und somit erkennbar unter jenen 4,25 Prozent von heute. Bei derzeit rund 4,2 Prozent Gesamtverzinsung für zehnjährige Bundesanleihen wird die Luft aber recht dünn für weiter fallende Renditen und damit Kursgewinne.