Im richtigen ZeitpunktDie reine Lehre besagt eigentlich, dass aktive Fonds in der Hausse dem Index hinterherlaufen und in der Baisse besser sind als der breite Markt. Als Ursache dafür wird die Kasse angesehen, die ein Fonds vorhalten muss, um Rückgaben zu bedienen. Diese Liquidität bremst sowohl im Ab- wie auch im Aufschwung. Genauso war es in der Baisse 2000 bis 2002 sowie in der vorhergehenden Hausse.
Die Zeiten in der Investmentbranche haben sich jedoch geändert. Vor zehn Jahren konnten die Verantwortlichen nicht in dem Umfang Optionen und Futures nutzen wie heute. "Die EU-Investmentrichtlinie UCITS III bietet mehr Flexibilität. So haben wir vorübergehend beim Investa den Investitionsgrad auf 110 Prozent angehoben und können damit stärker an einer Aufwärtsbewegung partizipieren.
Das war früher nicht möglich", sagt Hennig Gebhardt, Leiter deutsche Aktien bei der DWS. Damit ist ein Fonds in Phasen schwacher Aktienmärkte nicht mehr automatisch besser als der jeweilige Index und umgekehrt.
Im Vergleich zu 2008 profitieren die aktiven Manager jetzt auch davon, dass stark gefallene Papiere ihre Verluste wieder ausgleichen konnten. Doch mit einer Buy-and-hold-Strategie sind die guten Renditen der Fonds allein nicht zu erklären. "2009 haben wir den Hebel zum richtigen Zeitpunkt umgelegt und sind im Frühjahr in zyklische Werte gegangen; außerdem haben wir Finanztitel wie Deutsche Bank und Deutsche Börse gekauft", erläutert DWS-Manager Gebhardt seine Strategie.