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19.11.2008, 10:00
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Investmentfonds:
Prima Kniff gegen Totalverlust
Zertifikate gelten als riskant, weil der Emittent pleitegehen kann und das Geld dann verloren ist. In der Verpackung eines Investmentfonds können sie dagegen ihre Stärken ausspielen.
von Olaf Wittrock
Spätestens seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ist klar: Zertifikate sind ein doppelt riskantes Geschäft. Wer sie kauft, geht damit nicht nur eine Wette auf bestimmte Kurs- oder Marktentwicklungen ein. Er legt sich auch eine Inhaberschuldverschreibung zu, leiht also einer Bank sein Geld.
Rutscht die dann in die Insolvenz, droht dem Anleger dasselbe Schicksal wie jedem Kreditgeber: der Totalverlust. Beim Kauf von Fonds kann das nicht passieren. Denn hier gibt man sein Geld nur in Verwahrung, es ist als Sondervermögen aber dem Zugriff der Bank entzogen und bei Insolvenz geschützt.
Allerdings haben Fonds weitaus weniger Investitionsziele und Strategien zu bieten als Zertifikate. Bis heute investieren die meisten Fonds nur auf steigende Märkte, seien es Aktienkurse, Zinsen oder Immobilienpreise. Fonds für sinkende oder stark schwankende Märkte sind dagegen Mangelware - und haben den Zertifikatekonstrukteuren damit mit zum Erfolg verholfen.
Geteilte MeinungenDoch die Fondsindustrie hat reagiert - und die Zertifikatefonds erfunden. Fast 4,1 Mrd. Euro sind nach den jüngsten Auswertungen des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) in 46 Fonds dieser Gattung investiert - für eine Anlageklasse, deren Produkte oft weniger als drei Jahre auf dem Markt sind, ein beachtlicher Vertriebserfolg.
Welchen Nutzen die Fonds tatsächlich haben, darüber gehen die Meinungen auseinander: Einerseits lassen sich durchaus Anlagestrategien verfolgen, die wie Discount- oder Bonuszertifikate funktionieren - und damit ein völlig anderes Risiko-Rendite-Profil aufweisen als herkömmliche Aktien- oder Rentenfonds.
Andererseits verweisen Kritiker wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf hohe Kosten: Schließlich verlangen die Fonds einerseits selbst eine Gebühr für das Management, zusätzlich fallen aber auch noch Gebühren für den Kauf und Verkauf von Zertifikaten innerhalb der Produkte an.
Zeit und Geld sparenDas ist tatsächlich aber nicht immer der Fall. Denn die Fondsmanager kaufen in der Regel nicht die gleichen Zertifikate wie Privatanleger, sondern lassen sich meist eigene Produkte mit weitaus geringeren Margen für ihre Zwecke konstruieren. Außerdem stecken oft gar nicht so viele Zertifikate im Fonds, wie deren Name vermuten ließe. Denn die Manager bauen die Konstruktionen häufig mithilfe von Termingeschäften selbst nach. Das ist in der Regel preiswerter und erleichtert zudem die Abbildung eigener Marktmeinungen im Depot.
Je nach Anlagestrategie fällt der Nachbau gar nicht schwer. So entspricht etwa das Auszahlungsprofil eines Discountzertifikats dem Kauf einer Aktie bei gleichzeitigem Verkauf einer passenden Kaufoption - oder auch einer Geldmarktinvestition mit verkaufter Verkaufsoption.
Was kompliziert klingt, spart in der Praxis Zeit und Geld. "Man bleibt flexibler und ist nicht an die Zertifikate-Emittenten gebunden", sagt Henrik Büscher, Fondsmanager und Leiter Strukturierte Produkte bei Allianz Global Investors. Der Marktführer des jungen Fondssegments bildet seine Strategien schon zu 80 Prozent über den Terminmarkt ab.
Teil 2: Positive Effekte für den Anleger
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FTD.de, 19.11.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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