Als vor einigen Monaten die Aktienkurse reihenweise in den Keller sackten, war das für einige Wissenschaftler ein "Ich habe es doch gesagt"-Moment. Die Kurse fielen zunächst nur ein bisschen, woraufhin viele Anleger unsicher wurden und ihre Wertpapiere verkauften - was wiederum dazu führte, dass die Kurse ihre Talfahrt beschleunigten. Eine Abfolge, die Erkenntnisse aus der sogenannten Behavioral Finance bestätigt.
Diese Forschungsrichtung verbindet die Finanzwissenschaft mit Psychologie. Sie geht davon aus, dass Menschen an Finanzmärkten nicht rational handeln, sondern von Emotionen getrieben sind. Und deshalb zum Beispiel verlustreiche Papiere viel zu lange halten. Denn ihnen widerstrebt es nach Ansicht der Verhaltensökonomen, sie zu einem Wert unter dem ursprünglichen Kaufpreis abzustoßen.
Weitere Erkenntnisse der Forscher: Anleger neigen dazu, ihre Fähigkeiten zu überschätzen sowie in zufälligen Ereignisabfolgen Muster zu erkennen. Sie denken häufig in Stereotypen und nehmen Informationen selektiv wahr, abhängig von ihrer Tagesform und davon, wie die Informationen präsentiert werden. Hinzu kommt, dass sich Anleger oft wie Herdentiere verhalten und blind darauf vertrauen, dass die Masse das Richtige tut.