Staatspleiten bleiben ihnen vorerst erspartSchwellenländer blicken auf eine historisch lange Phase ohne größere Krise zurück: Denn seit Argentinien Ende 2001 crashte und seine Zahlungsunfähigkeit erklären musste, blieben größere Staatspleiten aus. Bislang zumindest. Die Ratingagenturen hatten zuletzt sogar noch die Bonität der großen Emittenten wie Brasilien nach oben gestuft: "Auf eine Abstufung kamen in den vergangenen Jahren etwa drei Hochstufungen", sagt Michael Mewes von JP Morgan Asset Management.
Kaum ein Experte erwartet, dass sich das derzeit gute Bild der Emerging Markets völlig wandelt. Doch ganz geschlossen präsentieren sich die Länder nicht: Vor allem die Staaten, die stark von Auslandskapital abhängen, sind volatil - etwa die Türkei. Folgerichtig stiegen die Zinsprämien besonders deutlich an. Unter den Regionen hat vor allem Osteuropa gelitten. Hier waren nach Aussagen von Experten vor allem viele institutionelle Anleger engagiert, die rasch ihre Fremdkapitalpositionen abbauen müssen.
Anleihen aus Asien und Lateinamerika haben sich besser gehalten: Asien ist in erster Linie von der US-Nachfrage nach Technologiegütern abhängig, die Volkswirtschaften Lateinamerikas - vor allem Brasilien - von Rohstoffen. Die Nachfrage bleibt hier trotz der jüngsten Preisrückgänge hoch. Größere Krisen in den Schwellenländern erwartet kaum ein Experte, daher dürften die jüngsten Kursrückschläge am Anleihenmarkt neue Einstiegschancen schaffen. Die Zinsaufschläge, die derzeit bei 470 Basispunkten stehen, sollten nach Expertenmeinung eher zwischen 200 und 300 Basispunkten liegen.