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Merken   Drucken   23.06.2009, 10:00 Schriftgröße: AAA

Investmentfonds: Schwere Zeiten für deutsche Hedge-Fonds

Weltweit mußten im vergangenen Jahr Hunderte Fonds schliessen. Doch nun geht es mit den Hedge-Fonds, zumindestens in Deutschland, wieder bergauf. Doch sie müssen aufpassen, denn die Konkurrenz bieten Alternativen. von Heino Reents
Nach den Rekordverlusten im Vorjahr verzeichnen Hedge-Fonds allmählich wieder vorzeigbare Renditen. Nach Angaben des Datenanbieters Hedgefund Research (HFR) legten Hedge-Fonds von Januar bis April 2009 im Schnitt um 4,2 Prozent zu. Nach der enttäuschenden Performance der vermeintlichen Alleskönner im vergangenen Jahr hatten viele Investoren ihre Anteile verkauft: Einer Statistik des Analysehauses Hedge-Fund Intelligence zufolge sind die Anlagemittel der Branche 2008 weltweit von 2700 Mrd. $ um ein Drittel auf 1800 Mrd. $ geschmolzen. Die Folge: Weltweit wurden Hunderte Fonds geschlossen.
Auch hierzulande kapitulierten einige Gesellschaften, die ohnehin dünne Produktpalette schrumpfte weiter zusammen. Mittlerweile stehen Anlegern nur noch acht Dachfonds nach deutschem Recht zur Auswahl. So schloss die DWS ihren Dach-Hedge-Fonds, und Union Investment gab sogar beide hauseigenen Dach-Hedge-Fonds auf und verabschiedete sich damit komplett aus dem Markt. Der Grund war eindeutig mangelndes Anlegerinteresse.
Zuvor hatten sich mit Allianz Global Investors, Cominvest und Pioneer bereits andere Anbieter vom Hedge-Fonds-Markt zurückgezogen. Das Angebot an Zielfonds, die den strengen deutschen Richtlinien entsprechen, sei viel zu gering, nannten die Investmentgesellschaften die rigiden deutschen Transparenzanforderungen als Hauptproblem.
Deutsche Fonds gar nicht mal so übel
Dabei schnitten die deutschen Produkte gar nicht so schlecht ab. Ein Prozent haben hiesige Einzel-Hedge-Fonds 2008 im Schnitt verloren. Auf ein Minus von zwölf Prozent kamen die Dach-Hedge-Fonds. Zum Vergleich: Laut dem Datendienstleister Hedgefund Research büßten Hedge-Fonds weltweit 20 Prozent ein.
Und laut einer aktuellen Auswertung der unabhängigen Analyse- und Beratungsgesellschaft Absolut Research aus Hamburg haben deutsche Produkte seit Jahresbeginn rund ein Prozent verloren. "Deutsche Hedge-Fonds zeigten zuletzt eine recht stabile Performance im Vergleich zu den hochvolatilen Aktienmärkten", sagt Geschäftsführer Michael Busack.
Die Sparkassen-Tochter Dekabank will trotz der Turbulenzen an ihrem Dachfonds festhalten. "Wir sind überzeugt, dass es auch weiterhin für Investoren - ob nun Retail oder institutionell - Sinn macht, einen breit gestreuten Dach-Hedge-Fonds im Portfolio zu haben", sagt Fondsmanager Ahmet Peker. "Es ist aber wichtig, dass wir weiter Aufklärungsarbeit leisten, denn die Vorbehalte sind nach wie vor groß."
Hedge-Fonds verlieren an Attraktivität
Konkurrenz bekommen die klassischen Hedge-Fonds zusehends von Investmentfonds in anderer Verpackung, aber mit fast identischen Anlagemöglichkeiten. Das Investmentrecht (UCITS-III-Richtlinie) macht vieles möglich. Ob Absolute Return, Superfonds oder 130/30-Fonds - viele der "Hedge-Fonds light"-Produkte laufen den klassischen Hedge-Fonds immer mehr den Rang ab. Verluste zu vermeiden ist auch hier oberstes Prinzip. Allerdings sind Dach-Hedge-Fonds nach deutschem Recht - anders als viele der anderen genannten Produkte - transparent, was in diesen Tagen ja ein wichtiger Pluspunkt ist.
Ausgesuchte Dach-Hedge-Fonds / Sortierkriterium Drei-Jahres-Performance
           
Name ISIN Performance*   Agio* Gebühr*
    1 Jahr 3 Jahre    
HI Varengold CTA Hedge DE0005321368 9,1 27,4 5,5 1,31
HI Volksbank Global Tr. DE0005321418 5,2 19,4 5,0 2,0
Aquila Cap. Hedge Mul. LU0206724634 1,9 4,1 6,0 1,45
Deka HedgeSelect DE000DK0AZ56 -7,5 -2,4 - 1,25
Sauren Global Hedgef. LU0191372795 -13,3 -9,3 5,0 1,98
           
           
           
* Angaben in Prozent; Quelle: Finanzen.net; Stand: 28. 05. 2009
  • FTD.de, 23.06.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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