Dachfonds zahlen die Gebühren an Einzelfonds, was sie teuer machtAllerdings haben etwa im vergangenen Jahr nur die allerwenigsten Dachfonds ihren Anlegern Gewinne beschert. Zu ihnen zählt der ETF-Dachfonds von Veritas. Doch der Fonds hat einen entscheidenden Schönheitsfehler: Veritas verlangt 1,5 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr, zusätzlich behält das Management 15 Prozent der jährlichen Rendite ein, die über fünf Prozent hinausgeht. Für die Ratingagentur Morningstar ist das viel zu viel. Im qualitativen Morningstar-Rating erhält das Produkt denn auch nur die Note "schwach".
Das Beispiel Veritas zeigt das Manko vieler Dachfonds: "Der gravierende Nachteil sind die Kosten", sagt Fondsanalyst Sälzle. Neben den Gebühren für den Dachfonds trägt der Anleger zusätzlich indirekt die anfallenden Verwaltungskosten der Einzelfonds. "Ein Dachfonds muss sich mit anderen Produkten der jeweiligen Fondskategorie messen lassen", sagt Morningstar-Analyst Werner Hedrich. "Und das betrifft auch die Kosten. Hier sind viele der Dachfonds einfach zu teuer."
Anleger sollten außerdem bedenken, dass eine zu breite Streuung über viele Fonds auch dazu führen kann, dass nur Durchschnitt erzielt wird. Dies bringt zwar Sicherheit, bedeutet aber gleichzeitig, dass die Dachfonds in bestimmten Marktphasen schlechter abschneiden, als Fonds, die direkt in Aktien investieren. Wer als Investor langfristig auf Aktien setzen möchte und von einem Markt überzeugt ist, für den ist deshalb ein herkömmlicher Aktienfonds oft eine bessere Alternative.