Immobilien-Dachfonds leiden besonders unter Finanzkrise. Weil die Immobilienwerte seit Herbst 2008 heftig gefallen sind, ist der Fonds von seinem Renditeziel nun jedoch weit entfernt. Der Emmitent DJE Investment musste sogar sein Produkt zurückziehen. von Wolf Brandes
Die Bilanz liest sich gut: Mehr als 3,5 Mrd. Euro haben Dachfonds 2008 eingesammelt, die in offene Immobilienfonds investieren. Bestseller war der Premium Management Immobilien, den die Cominvest für die Commerzbank aufgelegt hat. Die Deutsche Bank sammelte 1 Mrd. Euro ein, und im September brachte AGI mit dem Allianz Flexi Immo auch noch ein Produkt auf den Markt.
Doch das Konzept der Häuser-Dachfonds wird inzwischen infrage gestellt. Denn seit dem Herbst 2008 sind die Produkte unter Druck. Abgesehen von einer meist schwachen Performance hat vor allem die Liquiditätskrise der offenen Immobilienfonds bei den Dachfonds Spuren hinterlassen. Weil zehn Immofonds derzeit nur "semioffen" sind, können die Dachfonds ihr Vermögen zum Teil nicht veräußern - mit unangenehmen Auswirkungen.
Immobilienwerte dramatisch zurückgegangen
Dabei hatte die Geschichte der Immobilien-Dachfonds erfolgreich begonnen. Der DJE Real Estate beispielsweise schaffte es lange Zeit mit einem kleinen Anteil von Immobilien-Aktienfonds, die eher langweiligen Immofonds zu schlagen. Weil börsennotierte Immobilienwerte mittlerweile heftig verloren haben, ist der Fonds von seinem Renditeziel nun jedoch weit entfernt. Und mit dem Run auf offene Immobilienfonds musste der DJE Real Estate den Handel im Oktober aussetzen. Der Fonds hatte zuvor unter Abgabedruck gestanden: Seit Mitte 2007 waren 900 Mio. Euro abgeflossen.
Der Geschäftsführer von DJE Investment Ulrich Kaffarnik hält die Schließung des DJE Real Estate für notwendig: "Irrationale Abflüsse aus dem Fonds würden zu Liquidationen von Positionen zwingen, die die Wertentwicklung des Fonds ungünstig beeinflussen." Vor der Illiquidität sollten Immo-Dachfonds schützen, indem sie in mehrere Zielfonds investieren. Bei allen anderen Fonds hat das bislang funktioniert - sie sind weiter offen. Für den Manager des Stratego Grund Günther Knappert ist die Krise der Grund, 40 Prozent Kasse zu halten: "Wir gehen auf Nummer sicher." Die hohe Liquidität drückt aber die Rendite.
Wenn ein Manager aussteigt muß er zahlen
Auch wenn nur DJE-Fonds schließen musste, bleibt das Problem einer begrenzt liquiden Anlage bestehen. Wenn Dachfondsmanager aus den von ihnen bevorzugten institutionellen Immofonds "aussteigen wollen, müssen sie vorher die Anlagegesellschaft informieren, können meist nur ein- oder zweimal im Jahr die Anteile zurückgeben und müssen bei Fristunterschreitung Rücknahmegebühren entrichten", schreibt Werner Hedrich, Leiter Research bei Morningstar, im Ratingbericht des Berenberg Select Income. Er hält die Konzeption des Fonds mit Blick auf die "inhärente Illiquidität für den Anleger für ungeeignet".
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