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10.08.2009, 07:58
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Lebenszyklusfonds:
Zu klein für ein ganzes Leben
Lebenszyklusfonds eignen sich gut zum zielgenauen Sparen. Sie sollen Anleger in die Rente begleiten, versprechen die Fondsgesellschaften. Dumm nur, dass die ersten Anbieter Fonds vom Markt nehmen.
von André Schmidt-Carré
Wer viele Jahre lang in Aktien investiert hat, konnte im vergangenen Jahr 40 Prozent und mehr des Ersparten verlieren. Um Kasse zu machen, die Rente abzusichern oder das Eigenheim zu bezahlen, war 2008 ein äußert schlechtes Jahr. Genau bei diesem Problem setzen sogenannte Lebenszyklusfonds an: Anleger kaufen Fonds, deren Manager das Portfolio auf ein bestimmtes Datum hin ausrichten. Sie fahren das Risiko im Zeitablauf herunter und beseitigen so die Schwankungen, die kurz vor Schluss noch mal ein dickes Minus bedeuten können.
Das Interesse der Anleger an den Produkten ist trotz dieser an sich guten Idee gering. Als erster Anbieter hat JP Morgan Asset Management die Reißleine gezogen: Im September werden die fünf Lifecycle-Fonds mit Laufzeiten von 2015 bis 2035 geschlossen. Das Volumen von zusammen 12,9 Mio. Euro war aus Sicht von JP Morgan zu gering. "Es gibt nun einen Beschluss der Geschäftsführung, alle unwirtschaftlichen Fonds zu schließen", sagt Charles Neus, der das Vertriebsgeschäft für Versicherungen leitet.
Größter Nachteil UnflexibilitätFür das Desinteresse der Kunden sieht er mehrere Gründe. "Nicht zuletzt aufgrund der Marktentwicklungen der vergangenen Monate wünschen Versicherer zunehmend Garantiekonzepte", sagt Neus. Hinzugekommen seien verschärfte Gesetze zur betrieblichen Altersversorgung: "Die gesetzlichen Bestimmungen zu Zeitwertkonten für eine betriebliche Altersversorgung stellen seit 2009 auf Garantieprodukte ab", so Neus - und genau dort wollte man die Fonds eigentlich ins Spiel bringen. Auch Privatanleger seien nur schwer zu überzeugen: "Die Fonds haben einen Aktienanteil von bis zu 100 Prozent", erklärt Neus. "Solche Produkte lassen sich derzeit schwer verkaufen."
Fondsanalysten sehen den größten Nachteil der Produkte in ihrer Unflexibilität: "Lebenszyklusfonds variieren den Aktienanteil vor allem in Abhängigkeit von der Laufzeit", erklärt Detlef Glow von der Fondsratingagentur Lipper. "Meist sind sie somit nicht in der Lage, angemessen auf das aktuelle Börsengeschehen zu reagieren und den Aktienanteil etwa vorübergehend massiv zu senken." Stattdessen läuft in den Fonds regelmäßig eine fest programmierte Zeitschaltuhr. Die Möglichkeiten, von diesem Pfad abzuweichen, sind meist auf wenige Prozent begrenzt.
Teil 2: Fonds für Privatanleger gut geeignet, für Vertrieb aber weniger attraktiv
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Aus der FTD vom 10.08.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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