Welche Fonds schlagen den Vergleichsindex und welche enttäuschen die Anleger? Unsere Serie, die auf Daten der Ratingagentur Morningstar basiert, hält Sie auf den Laufenden.
Maschinenbauer, Elektrotechniker, Händler, gemischt mit ein bisschen Technologie, ein wenig Chemie und allenfalls einer kleinen Dosis an Finanzdienstleistungen: Sieht man sich im Feld der vielen kleineren Aktiengesellschaften um, dann sind doch erstaunlich konservative, vermeintlich langweilige Unternehmen, die das Geschehen an der deutschen Börse bestimmen. Wer sich in den Portfolios der Fonds umschaut, die das aktuelle Morningstar-Rating der Kategorie Deutschland Nebenwerte dominieren, trifft also auf Traditionsunternehmen wie den Baustoffhersteller Heidelberg Cement , den Stahlkonzern Salzgitter oder Modefirmen wie Gerry Weber und Tom Tailor . Anleger, die sich für diese Fonds entscheiden, holen sich also eine Art Querschnitt des deutschen Mittelstands ins Depot.
Und das war in den vergangenen Jahren durchaus ein lohnendes Investitionsziel, wie die Ratingdaten belegen. Zwischen 14 und 19 Prozent jährlicher Rendite erzielten die besten Fonds seit September 2009, das ist weit mehr, als der DAX im selben Zeitraum gewann, und auch deutlich besser als der Durchschnitt des marktbreiten Small-Cap-Index von MSCI. Der allerdings litt besonders unter dem starken Einbruch der einst mächtigen Solarenergiebranche. Diese meiden die besten Fonds des Vergleichsfeldes fast vollständig.
Stattdessen vertrauen die Anbieter auf grundsolides "Made in Germany". Dabei gehen die Fonds auf zwei recht unterschiedliche Arten vor. Eine Gruppe der Fonds konzentriert sich auf das sogenannte "Value Investing", jenen Handelsstil, den der US-Investor Warren Buffett berühmt und der ihn reich machte. Buffett-Anhänger kaufen nur Aktien von Unternehmen, deren substanziellen Wert sie für deutlich höher halten als den aktuellen Kurswert - und verkaufen sie auch wieder, wenn die Kurse über bestimmte Grenzen gestiegen sind.
Während der Turbulenzen der vergangenen Jahre gab es für die Value-Strategen überall reichlich Auswahl, inzwischen dominieren Industrieunternehmen in den Deutschland-Portfolios: Neben dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, der für Privatleute aufgrund seines eingeschränkten Vertriebsnetzes nur schwer erhältlich ist, setzen unter anderem die Fonds Value-Holdings Capital Partners und Acatis Aktien Deutschland auf diesen eher defensiven Anlagestil.
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Deutlich weniger stringent - aber kaum weniger erfolgreich - arbeiten die Stock-Picker im Vergleichsfeld: Diese Manager kaufen einfach das, was ihnen gefällt. Nach dieser Methode arbeiten zum Beispiel die Fonds Lupus Alpha Smaller German Companies und Unideutschland XS. Auch hinter dem DB Platinum III Platow steht ein Portfolio von Einzeltiteln, das zustande kommt, weil die Manager vom Unternehmer überzeugt sind, die Bilanzanalyse steigende Gewinne verheißt oder weil die Analysten auf Übernahmen spekulieren, die die Kurse treiben könnten. Hier steckt allerdings nicht die Deutsche Bank dahinter, die den Fonds verkauft, sondern das Musterdepot des bekannten Börsenbriefs Platow.