Den Streit, ob grüne Geldanlagen eher Rendite kosten oder einen Zusatzertrag bringen, gibt es vermutlich schon seit 20 Jahren. Damals kam mit dem Hypo Umweltfonds eines der ersten nachhaltigen Produkte auf den deutschen Markt. Mittlerweile, so scheint es, ist die Debatte entschieden: Anleger können davon profitieren, wenn dem Depot nachhaltige Kapitalanlagen beigemischt werden - so das Fazit vieler Studien über nachhaltige Investments. "In unseren Beispielrechnungen zeigt sich, dass sich bei gleichbleibendem Risiko die jährliche Renditeerwartung im Portfolio um etwa 0,3 Prozentpunkte erhöhen lässt", sagt Steffen Hörter von Risklab, einer Tochter der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI).
Ein Blick auf die Bestseller unter den nachhaltigen Investmentfonds legt einen anderen Schluss nahe: Die Spitzenfonds erzielten in den vergangenen Jahren eine deutliche schlechtere Wertentwicklung als der breite Markt. Viele Anleger, die auf nachhaltige Fonds gesetzt haben, mussten kräftige Verluste hinnehmen. So büßte der von AGI verwaltete Allianz RCM Global Ecotrends auf Sicht von drei Jahren 45 Prozent ein, während der Aktienmarkt gemessen am MSCI-World-Index elf Prozent verlor.
Empfindlicher Aderlass
Andere grüne Flaggschiffe hat es ebenfalls erwischt, etwa den DWS Klimawandel: "Als Fonds mit Fokus auf Energieeffizienz ist das Produkt kein klassischer Nachhaltigkeitsfonds. Ein Vergleich mit dem breiten MSCI World passt ohnehin nicht", wendet Nicolas Huber, Manager des Fonds, ein. Branchen wie Wind und Solar seien stark abhängig von der Politik. "Von dem Schwung der Klimakonferenzen ist aber nicht viel übrig geblieben", so Huber.