Das ist das Ergebnis der jährlich erscheinenden Studie des Forums Nachhaltige Geldanlagen, dem 80 Produktanbieter aus der Branche angehören. Im Vergleich der drei Länder verbuchte Deutschland den prozentual stärksten Zuwachs. Das Volumen für nachhaltige Kapitalanlagen bei deutschen Finanzdienstleistern kletterte um 85 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro. Etwas schwächer, dafür auf höherem Niveau entwickelte sich das Geschäft in der Schweiz, wo das verwaltete Vermögen um 71 Prozent auf 20,9 Mrd. Euro anwuchs. Einzig in Österreich ging das Interesse der Anleger zurück. Binnen Jahresfrist verloren die Produktanbieter 16 Prozent ihres Vermögenswerts.
Nach Ansicht von Walter Kahlenborn, Geschäftsführer des Forums Nachhaltige Geldanlagen, wird das Interesse in Deutschland ungeachtet der Marktturbulenzen auch in diesem Jahr ansteigen. Gerade die Finanzmarktkrise mache deutlich, wie wichtig eine sorgfältige und langfristig orientierte Entwicklung sei. Nachhaltigkeitsfonds achten bei ihrer Anlagepolitik darauf, dass bei den Zielunternehmen bestimmte soziale, ökologische oder ethische Standards eingehalten werden. Eine einheitliche Definition für die Produktgruppe gibt es aber nicht. Oft reicht es aus, eine bestimmte Branche - wie etwa Atomstromproduzenten - als Investitionsziel auszuschließen, um als Nachhaltigkeitsfonds zu gelten. Stark im Kommen sind laut Studie vor allem Fonds zu einem Spezialthema, etwas Wasser, Energieeffizienz oder Klimawandel.