Aus 6000 Euro wurden ...
Zwar lassen sich sehr wohl Zeiträume finden, in denen das CA-Verfahren besser war als die Einmalinvestition. Wer etwa Anfang 2000 einen Betrag von 10.000 Euro in den Dax investierte, verbuchte bis Ende 2008 einen Verlust von 30,8 Prozent. Wer das Startkapital hingegen über acht Jahre verteilt zu jeweils 1250 Euro in Aktien anlegte und den Rest am Geldmarkt platzierte, verdiente schlussendlich 8,7 Prozent. Doch es gab auch Phasen, in denen der Investor mit der Einmalanlage günstiger eingestiegen ist - vor allem in Zeiten steigender Aktienkurse.
Ein Vergleich des Durchschnittskostenverfahrens mit der Vollinvestition ist ohnehin nicht sehr sinnvoll. Weil die Aktienquote bei der CA-Methode per Definition anfangs niedriger ist, unterschieden sich Chancen und Risiken beider Verfahren deutlich. Die Landesbank Berlin (LBB) hat in einer aktuellen Studie beide Strategien rückwirkend seit 1950 für den Dax verglichen. Der Einmalinvestor hätte mit 6000 Euro nach fünf Jahren im Schnitt eine Rendite von 12,5 Prozent pro Jahr erzielt. Ein monatlicher Sparplan für 100 Euro brachte im gleichen Zeitraum im Schnitt einen Jahresertrag von nur 8,9 Prozent. Die bessere Rendite bezahlte der Einmalinvestor jedoch mit einem höheren Risiko: Im schlechtesten Fünfjahreszeitraum verlor er 13,8 Prozent pro Jahr, der Sparplan-Investor dagegen nur 10,3 Prozent.
Für welche Strategie sich Anleger entscheiden, hängt somit von ihrer Risikoneigung ab. Zwar ist gemessen am Risiko das sukzessive Umschichten besser als die Einmalanlage - ein Argument für den Sparplan ist das jedoch nicht. Die LBB-Analysten haben eine bessere Alternative ermittelt: Sie heißt Risikostreuung. Wer zu Beginn der Sparphase 46 Prozent in Aktien angelegt und den Rest am Geldmarkt deponiert hatte, erzielte die gleiche Rendite wie bei der monatlichen Umschichtung - aber bei geringeren Wertschwankungen. Im schlechtesten Fünfjahreszeitraum lag der Ertrag mit minus 2,9 Prozent deutlich höher als beim Sparplan.
Daher sei auch das CA-Verfahren keine geeignete Methode, um einen größeren Betrag am Aktienmarkt zu investieren, resümieren die Analysten. Stattdessen ließe sich mit einer breiten Streuung des Vermögens auf mehrere Anlageklassen wie Aktien, Immobilien und Anleihen das Risiko besser reduzieren.
Die Ergebnisse lassen sich jedoch nicht eins zu eins auf die BVI-Statistik übertragen. Dies würde voraussetzten, dass Anleger vor zehn Jahren die Möglichkeit hatten, alternativ zum Sparplan einmalig 12.000 Euro anzulegen. Diese Wahl haben viele jedoch nicht. Dennoch macht die BVI-Statistik einmal mehr deutlich, auch bei kleinen Beträgen nicht alles auf eine Karte zu setzen. Zum gleichen Schluss kommt Langer: "Anleger sollten nicht glauben, bei einem Sparplan auf Diversifizierung verzichten zu können." Ein Vorteil bleibt: Sparpläne helfen dabei, sich zu disziplinieren. Denn nur wer spart in der Zeit, hat auch in der Not, sagt schon der Volksmund.