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23.09.2009, 11:04
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Bares mit Parkplatzproblem
Die Kreditkrise hat Geldmarktfonds rapide in der Anlegergunst sinken lassen. Sie leiden unter Abflüssen. Es sind aber nicht nur die niedrigen Zinse, die den Anbietern das Leben schwer machen.
von Elisabeth Atzler
Viele Jahre haben deutsche Anleger ihre freien Mittel oftmals in Geldmarktfonds geparkt. Sowohl private als auch professionelle Investoren schoben Geld in die Fonds, die stark in kurzlaufende Bankanleihen investieren - aber auch mit länger laufenden oder sogar strukturierten Papieren wie forderungsbesicherten Anleihen ihre Rendite aufpeppen. Mehr als 100 Mrd. Euro steckten zeitweise in Geldmarktfonds.
Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Kreditkrise hat Geldmarktfonds rapide in der Anlegergunst sinken lassen: Zum einen erlitten einige der Fonds, die eigentlich als sicher galten, deutliche Verluste. Verunsichert reagierten viele Anleger zudem darauf, dass die Bundesregierung im Oktober 2008 eine Garantie auf Spareinlagen aussprach, Investmentfonds aber nicht explizit erwähnte. Zum anderen machen die niedrigen Zinsen den Fonds das Leben schwer. Die Europäische Zentralbank senkte den Leitzins in mehreren Schritten bis auf ein Prozent. Seit Jahresbeginn zogen Anleger rund 17 Mrd. Euro aus Geldmarktfonds ab, zurzeit verwalten sie noch rund 64 Mrd. Euro.
Die zehn größten Cashfonds
Vor allem im Oktober und November vergangenen Jahres waren die Abflüsse enorm. Die Furcht der Anbieter war groß: Hätte einer von ihnen auch nur einen Geldmarktfonds schließen müssen, hätten Anleger auch anderer Produkte wahrscheinlich panisch reagiert und noch mehr Geld abgezogen.
Die jüngsten Mittelabflüsse sind jedoch auf die niedrigen Zinsen zurückzuführen: Investmentfirmen, die ihre Geldmarktfonds sehr konservativ steuern, haben es momentan schwer, sich gegen Sparkonten der Bank durchzusetzen, weil die Kosten mitunter nahezu die Erträge auffressen - auch wenn es für Tages- und Termingeld derzeit ebenfalls nur geringe Zinsen gibt. Auch börsennotierte Geldmarkt-Indexfonds sind meist billiger. "Geldmarktfonds sind eigentlich nicht konkurrenzfähig mit Festgeld oder Termingeld", meint Natalia Wolfstetter, Analystin bei der Fondsratingagentur Morningstar. Die Kosten von Geldmarktfonds seien höher als die von Bankkonten. "In der Vergangenheit haben die Fondsgesellschaften versucht, durch riskantere Anlagen eine höhere Rendite zu erzielen. Aber das ist in der Krise schiefgegangen", sagt Wolfstetter. "Das ist ein Balanceakt: Kapitalerhalt sichern und zugleich im Wettbewerb bestehen."
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Aus der FTD vom 23.09.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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