Fondsumsatz an deutschen Parkettbörsen
Keine KaufgebührEs sind aber oft nicht die Schnelligkeit und Sicherheit beim Kurs, die Kunden beim Fondskauf an die Börse locken. An erster Stelle stehen immer noch die niedrigen Kosten, die für den Börsenhandel sprechen. Der Wegfall des Ausgabeaufschlags dürfte für die meisten Anleger das wichtigste Argument sein, bei der Kauforder statt der Fondsgesellschaft einen Börsenplatz anzugeben. Denn wer einen Fonds über die Börse kauft, zahlt nicht die hohe Kaufgebühr von meist fünf Prozent, sondern muss lediglich Orderspesen und Maklercourtage kalkulieren. Hinzu kommt der Spread, da Fonds an der Börse mit Geld- und Briefkursen gehandelt werden.
Insgesamt sind die Kosten für eine Fondsorder über die Börse meist niedriger als bei einem Auftrag an die Fondsgesellschaft. Das gilt auch bei dem üblichen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag von 50 Prozent, den Direktbanken gewähren. Keine Konkurrenz ist der Börsenhandel dagegen für Fondsspezialisten, die oft 100 Prozent Nachlass auf den Ausgabeaufschlag geben. Dann ist der Weg über die Börse natürlich teurer.
Dennoch werden die meisten Aufträge weiterhin über die Investmentgesellschaften abgewickelt. "Weniger als ein Prozent des Fondsgeschäfts läuft bislang über die Börse", schätzt Oliver Szabries, Geschäftsführer bei DBM Deutsche Börsenmakler. Genaue Zahlen sind nicht zu ermitteln.
Am Angebot kann die Zurückhaltung der Anleger nicht liegen: Mittlerweile haben die Handelsplätze von Berlin über Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München bis Stuttgart über 3000 Investmentfonds gelistet. Das Angebot bei Onlinebrokern und Fondsspezialisten ist zwar noch umfassender. Doch es kann sich lohnen, bei den Börsen nachzufragen, ob eine Aufnahme möglich ist. "Bei den meisten Kundenwünschen listen wir die Fonds nach ein bis zwei Wochen", sagt Kay Homann von der Börse Hamburg.