Denn viele ihrer Erfolgsprodukte sind für Normalanleger gar nicht erhältlich, sondern einer betuchten Klientel vorbehalten.
Ein Beispiel liefert Fidelity: Mit einem Absatz von fast 500 Mio. Euro in diesem Jahr zählt die Investmentgesellschaft in Deutschland zu den erfolgreichsten Anbietern. Von dem Zuwachs entfällt jedoch knapp ein Drittel auf einen Fonds, den normale Anleger nicht kaufen können. Der Fidelity Active Strategy Europe - kurz FAST Europe - sammelte von Januar bis Mai 161 Mio. Euro ein und war damit das meistverkaufte Produkt der Firma.
Der FAST Europe ist nicht nur ein Bestseller, sondern zugleich einer der besten Europafonds des Hauses. Während der Publikumsfonds Fidelity European Growth über ein Jahr 24,6 Prozent verlor, steht der FAST Europe mit einem Minus von 9,6 Prozent deutlich besser da.
Als sich der Erfolg des Produkts im März herumsprach, wurde das Papier beim Direct Broker Comdirect wie ein normaler Fonds als "handelbar" angezeigt. Mittlerweile hat sich das geändert, der FAST Europe ist bei Onlinebanken nicht mehr erhältlich. Das Produkt richte "sich sowohl an institutionelle als auch an erfahrene Privatanleger mit einer Mindestanlagesumme von 50.000 $", sagt ein Fidelity-Sprecher. Per Direktbank sei ein Kauf jedoch nicht möglich.
Mindestanlagesummen hindern Privatanleger immer wieder daran, die sehr guten Investmentfonds zu erwerben. Häufig sind es Publikumsfonds, die für institutionelle Kunden aufgelegt wurden. Als einer der besten Absolute-Return-Fonds der Union Investment fällt etwa der Institutional Balanced Plus auf, der ab 1 Mio. Euro zu haben ist. Als vergleichbar gutes Produkt für Privatanleger nennt die Gesellschaft den Uni Balance Plus. Doch während der Profifonds auf Jahressicht um 4,2 Prozent zulegte, kam das Produkt für die breite Masse nur auf 2,8 Prozent. Anders als der Fidelity-Fonds wird der Institutional Balance-Plus von Union nicht einzeln in der Branchenstatistik ausgewiesen; das Produkt taucht dort ohne Namen nur als einer von zwei wertgesicherten Fonds auf.
Auch bei Immobilienfonds zahlen vermögende Kunden niedrigere Gebühren und erhalten gleichzeitig eine bessere Rendite. So gibt es für großes Geld den SEB Immo Portfolio Target Return, der hinsichtlich der Performance den bekannten SEB Immoinvest übertrifft.
Manchmal steht die Mindestanlage aber auch nur auf dem Papier. Der Geldmarktfonds DWS Institutional Money plus ist offiziell erst ab 500.000 Euro zu haben. Für Kunden von Onlinebanken gilt aber meist die Mindestanlage von einem Anteil - beim aktuellen Kurs von 13.741 Euro ist das noch eine überschaubare Größe.