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30.03.2009, 13:35
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Eine Wunderformel wird entzaubert
130/30-Fonds sollten die besseren Aktienfonds sein. Doch nicht jeder Manager beherrscht das Geschäft, auf fallende Kurse zu setzen.
von Wolf Brandes
Der Name ist fast so kompliziert wie der Investmentansatz: Der Blackrock Strategies Funds European Opportunities Extension investiert in rund 120 Long-Positionen und rund 60 Short-Positionen. Er zählt damit zur Spezies der 130/30-Fonds. Viele dieser Fonds sind vor zwei Jahren auf den Markt gekommen und sollten die besseren Aktienfonds sein.
Die wenigsten haben sich in der Krise bewährt. Dazu zählt auch das Produkt von Blackrock, das auf Jahressicht allerdings nicht ganz so stark verloren hat wie der breite Markt. Der Erfolg basiert nach Ansicht des deutschen Blackrock-Chefs Andrej Brodnik auch darauf, dass die beiden Fondsmanager anfangs einen Hegde-Fonds betreut haben, bevor sie das 130/30-Mandat bekamen. Denn das Geschäft, auf fallende Kurse zu setzen, beherrschen viele der klassischen Fondsmanager nicht.
Das größte Angebot an 130/30-Produkten gibt es bei europäischen Aktienfonds, die in der Regel noch keine Drei-Jahres-Zahlen vorlegen können. Die gemischte Performancebilanz mag ein Grund sein, warum das Konzept bislang wenige Freunde gefunden hat. Auch Blackrock verwaltet in seinem Fonds nur 7 Mio. Euro. Dennoch will man an der Idee festhalten.
Ausgewählte europäische 130/30-Fonds
Anders sieht man diese Produkte bei der DWS. Die Fondstochter der Deutschen Bank hat sieben 130/30-Fonds, von denen nun sechs wegfallen sollen. Zur Markteinführung 2007 hatte es noch geheißen: "Steigende Kurse sind gut - zusätzlich von fallenden zu profitieren ist besser." Das hörte sich nach einer Wunderwaffe für das Portfoliomanagement an und hat möglicherweise die Erwartung geweckt, die neuartigen Fonds könnten bei fallenden Kursen besser laufen als herkömmliche Aktienfonds. Die Short-Komponente dient bei 130/30-Produkten aber nicht der Absicherung, sondern ist eine Erweiterung der traditionellen Strategie.
Entzauberung einer innovativen Formel
Die innovative Formel wird bei der DWS nun entzaubert. Begründet wird das Ende mit dem geringen Volumen. Nur der DWS Global Equities 130/30 darf bleiben. Der ist zwar auch klein, konnte aber seit Auflage den Markt klar outperformen. Der deutsche Marktführer zieht sich damit praktisch von einem Ansatz zurück, den er noch vor Kurzem als zukunftsträchtig beschrieben hatte. Andere Häuser wollen wie Blackrock an dem Konzept festhalten. "Das ist für uns ein mittel- bis langfristiges Thema. Im Moment geht es darum, einen guten Track-Record aufzubauen", sagt Alexander Tavernaro, Manager des Invesco Pan European 130/30 Equity.
Teil 2: Dass die Idee funktionieren kann, hat Fidelity bewiesen
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Aus der FTD vom 30.03.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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