Steckbrief
Mit Laufzeitfonds wollen die Investmentfirmen eine Schwächephase und damit verbundene Kursverluste der Papiere faktisch aussitzen. Sie gehen davon aus, dass die ausgewählten Unternehmen nicht insolvent werden. Auch die Anleger sollen bis zum Ende durchhalten und sich durch Kursverluste nicht irritieren lassen. Das soll allein schon durch die feste Laufzeit "dem Anleger nahegelegt" werden, wie es bei einer Gesellschaft heißt.
Marktbeobachter halten den Ansatz für tauglich, weisen aber auf die Risiken der Fonds hin. Sie sehen Laufzeitfonds mit Firmenbonds zudem immer nur als Beimischung im Portfolio. "Es ist auch für Privatanleger eine sinnvolle Produktidee", sagt Albert Reiter, Geschäftsführer von E-Fundresearch. Aber Investoren müssten auch die Gefahren einschätzen können. "Es geht hier in Richtung geschlossene Fonds. Das muss auch so kommuniziert werden und den Anlegern bewusst sein." Ähnlich sieht das Simon Nöth, Analyst der Fondsratingagentur Morningstar. "Das Thema Unternehmensanleihen ist interessant. Man kann zurzeit relativ günstig Firmenbonds mit einem guten Coupon aufkaufen", sagt er. Anleger müssten sich aber darüber im Klaren sein, dass einige Unternehmen ausfallen können. Dabei sei es schwer abschätzbar, welche Firmen durch Auftragsrückgänge oder verschlechterte Kreditbedingungen noch in ernste Schwierigkeiten geraten könnten, so Nöth.
Marktführer DWS hat Anfang des Jahres einen Laufzeitfonds gestartet, der in Unternehmensanleihen und Pfandbriefe investiert und das Vermögen zum Laufzeitende Ende 2013 auszahlt. Zudem gibt es jährliche Ausschüttungen. Rund 600 Mio. Euro sammelte die Deutsche-Bank-Tochter bis Mitte Februar bereits ein. "Wir starten Anfang März weitere Laufzeitfonds, die komplett in Unternehmensanleihen investieren. Das Risiko dieser Fonds ist deshalb auch höher", sagt Harald Rieger, DWS-Produktspezialist für Rentenfonds. "Die Anleger suchen Fonds, deren Strategie sie leicht nachvollziehen können."
Bei den Laufzeitfonds des Konkurrenten Union Investment steckt das Geld ausschließlich in Firmenbonds. Mit dem UniEuroRenta Spezial 2013 startete die Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken kürzlich ein Produkt, das vor allem in Nachranganleihen von Banken sowie Versicherern investiert und damit deutlich riskanter ist. Bisher sammelte der Fonds auch nur rund 7 Mio. Euro ein. Wer vorzeitig aussteigt, muss 1,5 Prozent Gebühr zahlen.
Auch der Sparkassenfondsdienstleister Deka wird einen Laufzeitfonds, der in Anleihen bekannter Unternehmen investiert, anbieten. Anleger sollen hier direkt sehen können, in welche Firmenbonds der Fonds die Mittel investiert. Allianz Global Investors plant in einer Privatplatzierung ein ähnliches Produkt mit einer Laufzeit bis 2013.