Ausgewählte Geldmarkt- und geldmarktnahe Fonds
Damit ist es längst vorbei: Der Eonia-Zins hat sich an das neue Niedrigzinsniveau angepasst und steht, nachdem die EZB den Geldmarkt flutet, sogar nur noch bei 1,2 Prozent. Zugleich haben Staatsanleihen wegen der hohen Ausfallsicherheit eine derart hohe Nachfrage, dass die Kurse in die Höhe geschnellt sind - und die Renditen entsprechend stark gesunken. Viel mehr als zwei Prozent sind auch hier nicht mehr zu holen.
Die Folge für Geldmarktfonds: "Klassische Produkte, die ausschließlich auf kurzfristige Staatsanleihen setzen, können den EZB-Leitzins nur schwer übertreffen", heißt es bei Allianz Global Investors.
Auch Peter Klingseisen, Gruppenleiter im Produktmanagement von Union Investment, gibt zu: "Die aktuellen Zinssenkungen haben die Renditeperspektiven verringert." Da bei zwei Prozent Rohertrag nach Abzug von einem halben Prozentpunkt Kosten und 25 Prozent Abgeltungsteuer kaum mehr als ein Prozent Ertrag übrig bleibt, können Geldmarktfonds beim heutigen Zinsniveau nicht mal mehr die Geldentwertung ausgleichen.
Wer seinen Kunden mehr bieten will, muss kreativ sein. Eine Möglichkeit, die viele Anbieter nutzen, sind staatsgarantierte Bankanleihen. Seit Oktober kommen immer mehr dieser Papiere auf den Markt. Dabei übernehmen die Länder eine Ausfallbürgschaft, falls die emittierende Bank pleitegehen sollte.
Die Renditen der neuen Produkte sind mit rund 2,6 Prozent etwa 0,8 Prozentpunkte höher als bei Staatspapieren mit gleicher Laufzeit. Das wiederum bedeutet aber, dass die Investoren den Garantien nicht uneingeschränkt trauen - Zinsaufschläge sind ja nichts anderes als ein Bonus für höhere Risiken.