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04.01.2010, 11:19
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Klasse statt Masse
Experten erwarten ein Ende starrer Anlagekonzepte und die Renaissance vermögensverwaltender Fonds.
von Wolf Brandes
Die Trends in der Investmentbranche lassen sich gut an dem Profil der neu aufgelegten Produkte ablesen. Gemessen daran sind derzeit Indexfonds, Ökoinvestments und Wohnimmobilienfonds gefragt. In vielen Fällen gehen die Innovationen jedoch an den Bedürfnissen der Anleger vorbei, und viele Investoren stehen ratlos vor einem Angebot aus mehr als 8000 Investmentfonds.
Flexible Geldvermehrer
Im Interesse der Kunden sei das Überangebot nicht, meint Jan Altmann, Unternehmensberater bei 4asset-Management: "Gefragt sind in Zukunft Konzepte statt Themen. Es ist nicht angebracht, jedes Jahr ein neues Produktfeuerwerk abzubrennen." Seiner Ansicht nach gehören den vermögensverwaltenden Fonds die Zukunft, die geschickt und flexibel verschiedene Anlageklassen kombinieren. Und zwar nicht nur wegen der besseren Risikostreuung, sondern auch weil sich die Vergütungs- und Beratungsstrukturen ändern. "Die Honorarberatung wird kommen; wenn der Vertrieb das nicht will, wird es vielleicht staatlich verordnet. In die Richtung geht das von der britischen Finanzaufsicht geplante Verbot für Provisionen, die Berater von Fonds und Versicherungen bekommen", sagt Altmann.
Wenn der Vertrieb künftig weniger am Verkauf der Fonds verdient und sich die Provision stattdessen am Erfolg des Produkts bemisst, verliert das permanente Umschichten des Depots an Reiz. Für den Fall brauchen nach Ansicht Altmanns die Anlagegesellschaften gute Vermögensverwaltungsprodukte, die sie lange Zeit vernachlässigt hätten. Bis zu einer Renaissance solcher flexiblen Mischfonds ist es jedoch noch ein weiter Weg. Momentan geben am Markt beispielsweise Exchange-Traded Funds (ETFs) den Takt vor. "Der Gegentrend zum Indexwahn sind vermögensverwaltende Ansätze", prophezeit auch Volker Schilling von Greiff Capital und verweist auf die hohen Mittelzuflüsse beim Mischfonds von Carmignac.
Bei der Fondsauswahl sollten sich Anleger nicht vom Namen leiten lassen. "Der beliebte DWS Vermögensbildungsfonds I ist auch deshalb so gut verkauft worden, weil er so heißt. Aber das ist kein Vermögensbildungsfonds, sondern ein Aktienfonds", sagt Altmann, der den Vertrieb für die Enttäuschung der Anleger verantwortlich macht.
Teil 2: Der Weg zum Anlageerfolg
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Aus der FTD vom 04.01.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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