Die von den Emittenten angegebene Verwaltungsgebühr spiegelt nicht in allen Fällen die tatsächlichen Kosten wider. Außerdem unterscheiden sich die Konditionen der Anbieter zum Teil deutlich. ETFs zeichnen nur einen Index nach - sie verursachen daher wesentlich geringere Kosten als aktiv gemanagte Investmentfonds. Zahlreiche Studien belegen, dass es Fondsmanagern meist nicht gelingt, ihren Vergleichsindex auf Dauer zu schlagen. Gerade für den langfristigen Vermögensaufbau bieten sich kostengünstige ETFs daher an: Mit ihnen erzielen Anleger zwar keine Outperformance, fallen aber auch nicht hinter die Marktentwicklung zurück. Für einige beliebte ETFs, etwa den in Deutschland mit Abstand am meisten gehandelten Dax-ETF von iShares, fallen nur 0,15 Prozent Managementpauschale im Jahr an. Viele aktiv gemanagte Fonds kosten mehr als das Zehnfache an Gebühren.
Gesamtkosten höher als Managementgebühr
Allerdings sollten Anleger nicht meinen, mit einem ETF automatisch ein Schnäppchen gemacht zu haben: Daten der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner zeigen, dass die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) der Indexfonds zum Teil deutlich über der ausgewiesenen Managementgebühr liegen. "Die TER umfasst auch Bestandteile wie Handelskosten oder Depotgebühren, die in der Management Fee nicht immer berücksichtigt werden", sagt Alexander Etterer, Leiter des Geschäftsbereichs Assetmanagement bei Rödl & Partner. So fallen für einen Unico-ETF auf den europäischen MSCI-Index jährlich 0,5 Prozent Managementgebühren an, die TER beläuft sich aber auf 0,89 Prozent. "Auch bei ETFs lohnt sich der Kostenvergleich", sagt Etterer. Einen ETF auf den MSCI Europe bekommen Anleger etwa bei der Barclays-Tochter iShares für 0,35 Prozent Gesamtkosten im Jahr. Die Deutsche-Bank-Tochter db x-trackers verlangt nur 0,3 Prozent Managementgebühr.