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Merken   Drucken   19.01.2008, 15:00 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Klein gedruckte Überraschung bei Indexfonds

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) finden immer mehr Anhänger. Doch auch bei dieser für ihre niedrigen Gebühren bekannten Anlageklasse lohnt sich ein Blick auf die Kosten. von Bernd Mikosch
Die von den Emittenten angegebene Verwaltungsgebühr spiegelt nicht in allen Fällen die tatsächlichen Kosten wider. Außerdem unterscheiden sich die Konditionen der Anbieter zum Teil deutlich. ETFs zeichnen nur einen Index nach - sie verursachen daher wesentlich geringere Kosten als aktiv gemanagte Investmentfonds. Zahlreiche Studien belegen, dass es Fondsmanagern meist nicht gelingt, ihren Vergleichsindex auf Dauer zu schlagen. Gerade für den langfristigen Vermögensaufbau bieten sich kostengünstige ETFs daher an: Mit ihnen erzielen Anleger zwar keine Outperformance, fallen aber auch nicht hinter die Marktentwicklung zurück. Für einige beliebte ETFs, etwa den in Deutschland mit Abstand am meisten gehandelten Dax-ETF von iShares, fallen nur 0,15 Prozent Managementpauschale im Jahr an. Viele aktiv gemanagte Fonds kosten mehr als das Zehnfache an Gebühren.
Gesamtkosten höher als Managementgebühr
Allerdings sollten Anleger nicht meinen, mit einem ETF automatisch ein Schnäppchen gemacht zu haben: Daten der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner zeigen, dass die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) der Indexfonds zum Teil deutlich über der ausgewiesenen Managementgebühr liegen. "Die TER umfasst auch Bestandteile wie Handelskosten oder Depotgebühren, die in der Management Fee nicht immer berücksichtigt werden", sagt Alexander Etterer, Leiter des Geschäftsbereichs Assetmanagement bei Rödl & Partner. So fallen für einen Unico-ETF auf den europäischen MSCI-Index jährlich 0,5 Prozent Managementgebühren an, die TER beläuft sich aber auf 0,89 Prozent. "Auch bei ETFs lohnt sich der Kostenvergleich", sagt Etterer. Einen ETF auf den MSCI Europe bekommen Anleger etwa bei der Barclays-Tochter iShares für 0,35 Prozent Gesamtkosten im Jahr. Die Deutsche-Bank-Tochter db x-trackers verlangt nur 0,3 Prozent Managementgebühr.
Schnäppchenjagd
Ausgewählte ETFs sortiert nach Gesamtkostenquote (TER)
ETF ISIN Emittent TER* Gebühr**
iShares DJ Euro Stoxx 50 IE0008471009 Barclays GI 0,15 0,15
iShares Dax DE0005933931 Barclays GI 0,17 0,15
Lyxor ETF MSCI EMU Growth FR0010168765 Lyxor 0,40 0,40
iShares MDax DE0005933923 Barclays GI 0,52 0,50
UBS DJ Industrial Average LU0136234654 UBS ETF 0,56 0,50
Unico I-Tracker MSCI Europe LU0140540492 Unico 0,89 0,50
*) Gesamtkostenquote in % p.a.;
**) ausgewiesene Managementgebühr in % p.a.;
Quelle: Rödl & Partner; Emittentenangaben
 
Deutlich teurer als die meisten ETFs auf bekannte Indizes sind auch sogenannte Strategie-ETFs. "Deren Ziel ist häufig, den breiten Markt zu schlagen", sagt Etterer. "Generell widerspricht dies dem eigentlichen ETF-Gedanken. Innovationen und der Vermögensverwaltung mit ETFs gehört sicherlich die Zukunft, Konzepte in hoher Qualität sind derzeit aber nur vereinzelt zu finden."
  • FTD.de, 19.01.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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