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18.05.2009, 11:05
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Portfolio:
Mischfonds-Manager scheuen Freiheit
Manager von Mischfonds genießen die größten Spielräume. Doch nicht immer schöpfen sie diese Freiheiten auch aus. Leiden müssen darunter vor allem die Anleger.
von Karsten Röbisch
Das höchste Gut ist die Freiheit. Das gilt für die Menschen im Allgemeinen und für Fondsmanager im Besonderen. Wer frei zwischen mehreren Anlageklassen wählen kann - seien es Aktien, Renten, Immobilien oder Geldmarktprodukte -, hat die besseren Chancen, auch in fallenden Aktienmärkten positive Renditen zu erzielen. Und keine Gruppe verfügt über einen größeren Spielraum als die Manager von Mischfonds.
Wirklich frei ist jedoch nur, wer seinen Spielraum auch zu nutzen weiß. Doch gerade hier offenbaren die Mischfonds einige Schwächen, wie ein Blick auf die Performancedaten zeigt. Diejenigen Produkte, die in diesem Jahr bislang am besten abgeschnitten haben, weisen zugleich für das Schlussquartal 2008 - als die Aktienmärkte massiv einbrachen - mit die größten Verluste aus. Die Schlussfolgerung: Sowohl im Abschwung als auch in der Erholungsphase waren die Fonds voll in Aktien investiert - von Flexibilität keine Spur. Für Anleger hat sich das Risiko kaum ausgezahlt: Im Jahresvergleich belegen die Fonds nur hintere Plätze im Ranking. "Der richtige Einstiegszeitpunkt für den Aktienmarkt ist neben der Gewichtung der Anlageklassen eine der schwierigsten Entscheidungen für Fondsmanager", sagt Detlef Glow von der Ratingagentur Lipper.
Kurzfristig Top, langfristig Flop
Einer, der ein gutes Timing erwischte, ist Thorsten Winkler von der Fondsgesellschaft Veritas. Der von ihm mitgemanagte ETF-Dachfonds belegt sowohl im Schlussquartal 2008 als auch seit Jahresanfang einen Platz im ersten Quartil der Fondsgruppe. Winkler profitierte dabei auch von seinen Freiheiten, die er voll ausgeschöpft hat. "In den heißen Herbst sind wir mit einer Aktienquote von null Prozent gegangen", sagt Winkler.
Geführt wird er von einem mathematischen Modell, das Kauf- und Verkaufssignale sendet. "Wir folgen dem Modell und setzen die Signale konsequent um, auch wenn man dabei mitunter gegen das eigene Bauchgefühl handeln muss", sagt Winkler. So war es auch im Herbst 2008, als das Programm für einige Schwellenländer Kaufsignale sendete. Dennoch baute der Manager die Aktienquote peu à peu bis heute auf 50 Prozent auf, wovon ein Drittel auf die Emerging Markets entfällt. Lohn des Risikos: Die Kurserholung an den Schwellenländerbörsen ging am Fonds nicht vorbei.
Teil 2: Vorurteile über Mischfonds-Manager
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Aus der FTD vom 18.05.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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