Flucht aus dem Geldmarkt
Zudem stammen die 2010 eingesammelten Mittel nur zum Teil von Privatanlegern. So investieren professionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen immer häufiger in Publikumsfonds - unter anderem in ETFs, die den Nettoabsatz geradezu dominierten. Fast die Hälfte der Zuflüsse geht auf das Konto von nur vier ETF-Anbietern. Sie sammelten 2010 8,6 Mrd. Euro ein, während aktiv verwalteten Publikumsfonds 10,7 Mrd. Euro zuflossen. Bei Aktienfonds ist das Verhältnis sogar umgekehrt: 6,6 Mrd. Euro steckten Anleger in ETFs, nur 3,6 Mrd. Euro in aktiv gemanagte Aktienportfolios.
ETFs bilden stur einen Index ab und sind daher vergleichsweise kostengünstig. Hintergrund der Absatzprobleme aktiver Fonds ist auch, dass nur ein kleiner Teil von ihnen langfristig besser abschneidet als der Markt, was wiederum an den oftmals hohen Verwaltungsgebühren liegt.
Die BVI-Zahlen zeigen, wie schwer sich viele Investmentfirmen damit tun, Privatanleger von aktiv verwalteten Produkten zu überzeugen. Wegen der Zurückhaltung der Kunden hatte der BVI im Herbst eine Imagekampagne gestartet, die bislang aber offenbar noch keinen großen Erfolg zeigt.