Ausgewählte Multi-Asset-Fonds
Trotzdem ist Roch überzeugt, dass eine konsequente Streuung der Gelder über verschiedene Anlageklassen auch in diesem Jahr das Risiko begrenzt. Im RP Global Diversified Portfolio II wird das Gewicht von Aktien, Renten, Immobilien und alternative Investments zu Jahresbeginn immer auf 25 Prozent gesetzt. Der Fonds hat in diesem Jahr elf Prozent verloren - ein relativ moderates Minus. "Unsere Kunden, darunter viele Pensionskassen und Versicherungen, wollen eine klare Vermögensstruktur und keinen Fondsmanager, der in die Glaskugel blickt", sagt Roch.
Christian Gruben, Manager des NV Strategie Quattro Plus, der zu den ersten deutschen Multi-Asset-Fonds gehört, pflichtet Roch bei: "Den wichtigsten Beitrag zur Performance eines Depots liefert die Portfoliostruktur. Die taktische Gewichtung der Anlageklassen kommt erst an zweiter Stelle. Den letzten Schliff bringt die Suche nach Spezialisten für diese Anlageklassen, also die Auswahl der Zielfondsmanager." In seinem Fonds hält er immer Aktien, Renten, offene Immobilienfonds, Immobilienaktien und Rohstoffe. Die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen kann er in recht engen Bandbreiten steuern.
Andere Manager nehmen sich größere Freiheiten heraus. "Einige Fonds werben mit der Risikoreduzierung als Vorteil beim Multi-Asset-Ansatz, gehen dann aber doch große Wetten auf einzelne Anlageklassen ein", sagt Detlef Glow, Leiter der Fondsanalyse bei Lipper in Frankfurt. So mancher Anleger sei daher enttäuscht worden: "Wenn der Aktienmarkt seit Jahresbeginn 44 Prozent verloren hat, der Fonds aber 'nur' 38 Prozent, dann ist das keine große Leistung", sagt Glow.
Zu den Anhängern der Risikostreuung über viele Anlageklassen gehört auch Martin Weber, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Mannheim. Er hat auf wissenschaftlicher Basis den "Weltfonds" Arero konstruiert: In ihm liegen über Indexinvestments immer 60 Prozent Aktien, 25 Prozent Renten und 15 Prozent Rohstoffe. Ein Ausgabeaufschlag fällt nicht an, die jährlichen Kosten betragen lediglich 0,45 Prozent. Im Schnitt liegt die Gesamtkostenquote von Multi-Asset-Fonds bei gut zwei Prozent.
Hätte es den Arero schon vor 35 Jahren gegeben, wären aus 100 Euro inzwischen mehr als 5000 Euro geworden - doppelt so viel wie bei einem Investment in den MSCI World. Zu viel versprechen will Weber den Anlegern aber nicht: "In den vergangenen 35 Jahren hat es funktioniert. Was die Zukunft bringt, weiß nur Frau Schlotterbeck, die Wahrsagerin bei Räuber Hotzenplotz."