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14.12.2009, 15:01
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Schritt für Schritt ins Abseits
Fonds, die stufenweise in Aktien anlegen, werden stark beworben. Sie sind aber ein Auslaufmodell. Die Schwächen dieser Produkte sind den Anbietern sogar bewusst.
von Julia Groth
Den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg in den Aktienmarkt zu erwischen, schaffe kaum ein Investor, verkündet die Deutsche-Bank-Tochter DWS auf ihrer Website. Das ist nicht etwa als Kritik an den hauseigenen Managern gemeint, sondern Werbung für einen sogenannten Step-by-Step-Fonds. Drei davon hat die DWS im Angebot, zuletzt kam im August der Stepinvest BRIC Plus (ISIN LU0418702907) dazu. Dieser investierte zunächst in Geldmarktinstrumente und kurz laufende Anleihen, schichtet aber inzwischen Monat für Monat in Aktien um. Auf diesem Wege soll er im August nächsten Jahres die gleiche Zusammensetzung aufweisen wie der DWS Invest BRIC Plus (ISIN LU0210301635).
Fonds, die stufenweise in Aktien anlegen, werden stark beworben. Sie sind aber ein Auslaufmodell
Ziel des Step-by-Step-Prinzips ist es, in kleinen Schritten statt auf einen Schlag in Aktien zu investieren und so die niedrigeren Durchschnittskosten, den sogenannten Cost-Average-Effekt, zu nutzen. Der schrittweise Einstieg in den Aktienmarkt soll Anleger auch davor bewahren, eine große Summe in einer ungünstigen Marktphase zu investieren. Das kann indes Rendite kosten: Wer vergangenes Jahr sein Geld dem DWS-Fonds Stepinvest Top Dividende (ISIN DE000DWS0N82) anvertraute, steht jetzt schlechter da als Anleger des "Zielfonds" DWS Top Dividende (ISIN DE0009848119).
Viele Fondsanbieter und Banken preisen derzeit Step-by-Step-Produkte an. Zum Beispiel Raiffeisen Salzburg Invest, die Fondstochter der Raiffeisenbankengruppe Salzburg, die für "Step-in-Fondssparen" wirbt. Oder die österreichische Partner Bank, die auch Filialen in Deutschland unterhält und Anleger davon überzeugen will, ihr Geld erst auf einem hauseigenen Konto zu parken und dann in einen Fonds- oder Aktienkorb umzuschichten. Die Produkte funktionieren ähnlich wie ein Fondssparplan: Anleger lassen ihr Geld von einem Dienstleister schrittweise vom Geldmarkt in Aktien umschichten. Aber im Unterschied zu einem klassischen Sparplan wird hier alles Geld auf einmal angelegt.
Step by Step war Ende vergangenen Jahres gefragt, als die Abgeltungsteuer drohte, die Märkte vielen Anlegern aber zu instabil waren. Um der Steuer zu entgehen, ohne alles Geld in Aktien investieren zu müssen, griffen viele bei Step-by-Step-Fonds zu. Mit der Abgeltungsteuer seien diese Produkte überflüssig geworden und die verstärkte Werbung nichts weiter als ein letzter Ausverkaufsversuch, sagen Kritiker.
Teil 2: Ein Spiel mit der Angst der Anleger
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FTD.de, 14.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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