Auswahl steueroptimierter Geldmarktfonds
Erfolgreichster Fonds des Jahres war der Uniopti4. Auch die Nummern zwei und drei auf der Gewinnerliste, der Deka Opticash TF und der DWS Rendite Optima Four Seasons, sind nach demselben Muster gestrickt: Das Fondsvermögen wird überwiegend in internationale, niedrigverzinsliche Anlagen mit kurzen Restlaufzeiten investiert. Dabei setzt das Management auf Papiere mit niedrigen Zinsen, die stattdessen Kursgewinne am Ende ihrer Laufzeit gewähren.
Das klappt meistens gut: Der Deka-Fonds etwa schüttete 2007 auf seinen Ausgabepreis von rund 1000 Euro insgesamt 33,70 Euro aus; nur 0,40 Euro davon mussten Privatanleger versteuern. Gegenüber konventionellen Anleihen, Geldmarktfonds oder Tagesgeld ist das ein enormer Vorteil. Denn Zinsen muss der Anleger voll versteuern, sobald sein Freibetrag von 750 Euro ausgeschöpft ist. Bei einem persönlichen Steuersatz von 40 Prozent etwa müsste der Anleger mehr als fünf Prozent Verzinsung erhalten, um auf die gleiche Nettorendite zu kommen.
Die Steuersparfonds sind die Antwort der Banken auf die Reduzierung der Sparerfreibeträge Anfang 2007. "Seither suchen die Kunden verstärkt nach solchen steueroptimierten Anlagekonzepten", sagt Thomas Lange, Fondsmanager des Cominvest Top 4.
Neu ist die Idee nicht. Seit 1994 gibt es den Apo Liquid, der bis heute gerade einmal 100 Mio. Euro zusammenkratzen konnte. "Der Boom ist erst losgegangen, als die Filialbanken mit der flächendeckenden Vermarktung begonnen haben", sagt Fondsexperte Drescher. Volksbanken, Sparkassen und auch die Deutsche Bank haben ihre Berater geschult, die Kunden gezielt auf Steuersparfonds anzusprechen.
Auch um 2008 muss sich Rüdiger Ginsberg wohl keine Sorgen machen: In den ersten acht Wochen des neuen Jahres steckten die Anleger schon wieder 2,6 Mrd. Euro in den Uniopti4. Dafür dürfte 2009 der Absatz einbrechen: Mit der künftigen Abgeltungsteuer lohnt sich die Anlage in spezielle Niedrigzinsprodukte steuerlich nicht mehr.