Welche Fonds schlagen den Vergleichsindex und welche enttäuschen die Anleger? Unsere Serie, die auf Daten der Ratingagentur Morningstar basiert, hält Sie auf den Laufenden.
Um mehr als 20 Prozent hat der deutsche Aktienindex DAX , der die Kursentwicklung der 30 wichtigsten Unternehmen an der Frankfurter Börse abbildet, seit Jahresanfang zugelegt. Und das, obwohl sich seit Monaten die schlechten Nachrichten über die Wirtschaftslage häufen.
Die Bilanz bei den Managern der wichtigsten Deutschland-Fonds, die das aktuelle Morningstar-Rating vergleicht, ist teilweise sogar noch besser: Abgesehen von den beiden identisch gemanagten Pioneer-Fonds konnten in diesem Kalenderjahr sämtliche Manager der Top Ten den DAX schlagen - im Drei-Jahres-Rückblick gelang das den Fonds sogar ausnahmslos. Selbst wenn man einschränkend erwähnen muss, dass sich die Fonds überwiegend nicht am DAX, sondern am HDAX der 110 wichtigsten Börsenwerte oder gar am marktbreiten CDAX orientieren, ist das ein beachtliches Ergebnis. Denn auch der CDAX wurde von den besten Managern des Feldes geschlagen. So konnten Anleger seit November 2009 mit den Fonds hohe einstellige, teilweise sogar zweistellige jährliche Renditen erwirtschaften. Die Top-Fonds hängten sogar den MSCI-World-Index ab. Jedenfalls, was die Wertzuwächse angeht.
Denn ganz ohne Einschränkung lassen sich die Kursgewinne nicht genießen, wie ein Blick auf die Risikokennziffer zeigt. Danach waren deutsche Aktien in den vergangenen Jahren hochvolatil, die Kursausschläge fast doppelt so stark wie in den entwickelten Märkten der Welt insgesamt. Standardabweichungen von 19 bis fast 23 Prozent kennt man in ruhigeren Zeiten eher aus Schwellenländern. Und die Manager der besten drei Fonds erkauften sich ihre höheren Erträge durch überdurchschnittliche Schwankungen, gingen also noch höhere Risiken ein als die Kollegen.
Inzwischen bereiten sich aber auch risikofreudige Manager darauf vor, dass der Höhenflug des deutschen Marktes bald enden könnte. Tim Albrecht vom DWS Deutschland schätzt zwar, dass der DAX im kommenden Jahr die 8000er-Marke erreichen könnte. Zugleich warnt er vor negativen Auswirkungen der Euro-Krise. Immerhin leiden die Autokonzerne bereits unter sinkenden Zulassungszahlen in Europa. Schwächelt diese Schlüsselindustrie, dann trifft es in der Folge auch Chemiekonzerne, Maschinenbauer und andere Branchen. Deshalb schichtet Albrecht auch in defensivere Sektoren mit soliden Bilanzen und hoher Dividendenrendite um, sowie in ausgewählte Wachstumswerte.
Rob Smith von der britischen Gesellschaft Barings beobachtet ebenfalls eine gedämpfte Stimmung, auch wenn die fundamentale Lage in Deutschland im europäischen Vergleich nach wie vor vielversprechend sei. Smith hat zuletzt Aktien aus dem Autosektor verkauft, mischt Standardwerte mit Aktien kleinerer Unternehmen, die in Nischenindustrien arbeiten, wie zum Beispiel Jenoptik.
Optimistischer ist Matthias Born, der die Gelder des Concentra-Fonds von Allianz Global Investors verwaltet. Er rechnet nicht nur damit, dass Deutsche Aktien vom Dauerzinstief profitieren, das Anleihen als prinzipielle Anlagealternative unattraktiv macht. Zudem sei auch die Binnennachfrage ungetrübt, und das könne Rückgänge im Außenhandel abfedern. Schließlich helfe der schwache Euro den Exporteuren.