Welche Fonds schlagen den Vergleichsindex und welche enttäuschen die Anleger? Unsere Serie, die auf Daten der Ratingagentur Morningstar basiert, hält Sie auf den Laufenden.
Manchmal ist sparen ganz einfach: In den vergangen drei Jahren brauchte man zum Beispiel nur dem Staat Österreich Geld zu leihen und konnte so sein Geld um 6,4 Prozent pro Jahr vermehren - nahezu risikolos, denn die Alpenrepublik dürfte ja kaum so bald ihre Pleite anmelden. Mit dieser erstaunlichen Anlagestrategie sicherte sich der Fonds VB-Mündel-Rent im Morningstar-Rating europäischer Staatsanleihefonds einen ungefährdeten ersten Rang. Auch in diesem Jahr stieg der Wert der Fondsanteile bereits wieder um über acht Prozent und spielt weiterhin in der ersten Liga seiner Anlageklasse mit. Dabei ist der Fonds zu 99,91 Prozent in Österreich investiert. Die Staatsanleihen im Portfolio unterscheiden sich also lediglich nach Zinskupon und Restlaufzeit.
Der Fonds darf sich mündelsicher nennen, eignet sich also zur Anlage von Geldern, die man treuhänderisch so verwalten will, dass möglichst nichts verloren geht. Und das erscheint dem Gesetzgeber beim Kauf von Österreich-Anleihen eben maximal unwahrscheinlich, selbst wenn der Staat Anfang 2012 die Topbonität "AAA" verlor und nur noch die zweitbeste Note "AA+" erhielt.
Die einfache Anlagestrategie, hohe Rendite trotz hoher Sicherheit, auch der Umstand, dass einen der stabilsten Schuldner der Vergangenheit jüngst eine Rating-Abstufung ereilte - all das zeigt exemplarisch, in welch außergewöhnlichem Zustand sich die Staatsanleihemärkte Europas befinden. Seit Ausbruch der Finanzkrise bekommt die Staatsverschuldung von den Kapitalmärkte mehr Aufmerksamkeit, schließlich versuchen die Notenbanken über eine historisch einmalig lockere Geldpolitik, die Banken vor einem Crash und die Wirtschaft insgesamt vor einem empfindlichen Einbruch zu bewahren. Das hat Anleihefondsmanager in eine eigentümliche Lage gebracht: Während sie für neue Schuldtitel so wenig Zinsen bekommen wie nie, werden ältere Anleihen mit höheren nominalen Zinsversprechen immer höher gehandelt. Die Fondsportfolios sonnen sich einerseits im Kurshoch. Andererseits wird es schwieriger, auf diesem Niveau noch neue Anleihen einzukaufen, die eine auskömmliche Rendite bringen. Sobald die Zinsentwicklung sich umkehrt, werden die Kurse einbrechen. In den vergangenen Monaten ist die Lage allerdings keinesfalls gekippt, wie ein Blick auf das Ratingtableau zeigt: Kein einziger der Top-Fonds erwirtschafte in den vergangenen drei Jahren Verluste.
Trotz Zinstief und Konzentration auf risikoarme Geldgeschäfte mit Staaten waren die Renditen im Schnitt durchaus auskömmlich. Das gilt im Übrigen nicht nur für Fonds, die zufällig im richtigen Land investiert waren. So sind alle Fonds hinter dem Ratingsieger in mehreren Ländern unterwegs, darunter sowohl in Ländern mit Topbonitäten wie Deutschland oder den Niederlanden als auch in Staaten wie Italien oder Polen, die höhere Ausfallrisiken bergen, dafür aber auch höhere Zinsen zahlen. Auch der breit gestreute Avana Indextrend Europa Control, ein Dachfonds, der das Geld auf verschiedene Anleiheindexfonds aufteilt, lieferte im Schnitt gute Erträge. Die I-Tranche im Rating richtet sich allerdings nur an institutionelle Investoren, die R-Version für jedermann ist teurer und damit weniger ertragreich.