Der Aktienmarkt in den USA gilt als die Mutter aller Kapitalmärkte. An der New York Stock Exchange sind die Dividendenpapiere einiger der größten Aktiengesellschaften der Welt notiert, weitere Papiere großer Konzerne werden an der Technologiebörse Nasdaq gehandelt. US-Aktien dominieren den globalen Index MSCI World nicht ohne Grund, ist doch die amerikanische Volkswirtschaft immer noch die größte der Welt. Kein Wunder, dass Investoren täglich nach New York blicken, um die Stimmung an den dortigen Börsen einzufangen.
Angesichts der Bedeutung des US-Aktienmarkts gehören Papiere amerikanischer Unternehmen in jedes breit aufgestellte Aktienportfolio - ganz gleich, ob es einem einheimischen oder europäischen Investor gehört. Und so hat jede Fondsgesellschaft, die etwas auf sich hält, auch einen entsprechenden Fonds im Programm, der in US-Standardwerte investiert.
Die Entscheidung für diese Anlagekategorie hat sich in den vergangenen Jahren ausgezahlt, belegt das aktuelle Morningstar-Rating der Kategorie Aktienfonds Standardwerte USA Blend. Der US-Standardwerteindex S&P 500 hat im Drei-Jahres-Rückblick um fast 18 Prozent pro Jahr zugelegt. Die Aktienmärkte der meisten anderen Industriestaaten konnten da nicht mithalten. Der deutsche Aktienmarkt zum Beispiel legte gemessen am Index MSCI Germany im gleichen Zeitraum nur um rund 8,5 Prozent pro Jahr zu, und der MSCI World schaffte rund 12,5 Prozent. Von der Erholung der Wirtschaft nach dem Lehman-Schock im Jahr 2008 haben Aktienanleger also in den USA deutlich stärker profitiert als anderswo.
Viele Anleger, die Geld in US-Aktienfonds investiert haben, dürften sich trotzdem grämen. Der Markt für amerikanische Standardwerte ist nämlich für Fondsmanager eine echte Herausforderung. Die allermeisten Fonds im Rating haben zuletzt deutlich schlechter abgeschnitten als der Markt. Manche Produkte haben im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre gar nur einen jährlichen Wertzuwachs von unter zehn Prozent zu verzeichnen.
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Wer solche Produkte im Depot hat, wird sich fragen, wofür er eigentlich die Verwaltungsgebühr des Fonds bezahlt - auch wenn die Performance absolut betrachtet durchaus noch ansehnlich ist. Die Rating-Ergebnisse sind ein Beleg für die These, dass es Portfoliomanagern mit Standardwerten etablierter Aktienmärkte besonders schwer fällt, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Der Grund: Anders als bei Nebenwerten oder Aktien aus Schwellenländern lässt sich kaum ein Informationsvorsprung gegenüber anderen Investoren erzielen.
Einigen Top-Fonds ist es dennoch gelungen, besser abzuschneiden als der S&P-Index. Der Spitzenreiterfonds von Axa Rosenberg, das einzige Produkt mit fünf Sternen, ist allerdings für die meisten Privatanleger nicht erhältlich. Der Anbieter verlangt eine Mindestinvestition von 1 Mio. Dollar (763000 Euro). Unter den übrigen Fonds auf den vorderen Plätzen finden sich gleich mehrere Indexfonds (ETFs), die gar nicht erst versuchen, eine Outperformance zu erzielen. Aus Anlegersicht ist es mitunter auch sinnvoller, von vornherein auf aktive Manager zu verzichten, da ohnehin bekannt ist, dass sie einen beinahe aussichtslosen Kampf führen.