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23.12.2010, 10:00
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Regulierte Hedge-Fonds:
Neue Verpackung lockt Investoren an
Während der Krise haben Hedge-Fonds viel Vertrauen eingebüßt. Neue EU-Regeln sollen das Image der Hedge-Fonds verbessern - Branchenkenner erkennen bereits einen Trend bei Privatanlegern.
von Elisabeth Atzler
Es ist noch nicht lange her, da galten Hedge-Fonds als die großen Exoten der Anlagebranche. Die wenig regulierten Hedge-Fonds-Manager spielten einfach in einer anderen Liga als die Kollegen der traditionellen Publikumsfonds, die in erster Linie von Privatanlegern Geld einsammeln. Dieser Gegensatz löst sich zunehmend auf. Seit einigen Monaten schlüpfen immer mehr Hedge-Fonds in den Mantel eines regulierten Publikumsfonds, den der EU-Richtlinie Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere (OGAW, englisch Ucits). Vielfach werden die regulierten Hedge-Fonds auch Newcits genannt.
Beobachter bezeichnen die Entwicklung als einen der größten Trends in der Branche. "Es kommen wöchentlich neue Produkte auf den Markt", sagt Dieter Kaiser, Hedge-Fonds-Experte beim Investmentberater Feri. Auch Dennis Drenjovski, Vorstand des Schweizer Finanzdienstleisters 2n20.com, rechnet damit, dass sich die Produktflut fortsetzt: "Aus unserer Sicht scheint der Trend ungebrochen." Er schätzt, dass bislang rund 250 Hedge-Fonds eine Publikumsvariante gestartet haben - und jeden Monat etwa zehn dazukommen. Andere Branchenkenner zählen noch etwas mehr Newcits-Produkte, auch weil traditionelle Investmentfirmen verstärkt Produkte mit Hedge-Fonds-ähnlichen Strategien auflegen.
Drei Gründe sorgen für die neue Regulierungsakzeptanz: Erstens müssen Hedge-Fonds nach teils hohen Verlusten in der Finanzkrise das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Viele der ausgeklügelten Strategien versagten im Krisenjahr 2008. Investoren mussten oftmals zweistellige Einbußen in Kauf nehmen - und das, obwohl Hedge-Fonds eigentlich in allen Marktlagen das Vermögen wahren wollen. Manche Anleger kamen monatelang gar nicht an ihr Geld, was bei den neuen OGAW-Fonds in der Form nicht möglich ist.
Zweitens können regulierte Hedge-Fonds leichter Mittel von neuen Anlegergruppen wie eben Privatinvestoren, aber auch bisher skeptischen Profis einsammeln. Dazu zählen etwa hiesige Versicherer und Pensionsfonds, die Hedge-Fonds per se reserviert gegenüberstehen.
Und drittens haben zahlreiche Hedge-Fonds die Flucht nach vorn ergriffen. Lange war unklar, wie die künftige Hedge-Fonds-Regulierung in der EU aussehen wird. Da Publikumsfonds offiziell nicht als Hedge-Fonds gelten, sind Anbieter mit Fonds im OGAW-Mantel fein heraus. Inzwischen wurden die neuen europäischen Regeln für Hedge-Fonds zwar beschlossen. Doch der Trend hin zu Newcits gilt als so stark, dass Branchenkenner mit etlichen weiteren Produkten dieser Art rechnen.
Teil 2: Hedgefonds richten sich eigentlich an Profis
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FTD.de, 23.12.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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