Riester-Fondssparpläne erleben einen Absatzboom. Zum Stichtag 31. März zählten die deutschen Investmentgesellschaften erstmals mehr als zwei Millionen entsprechende Verträge, teilte der Branchenverband BVI mit. von Bernd Mikosch
Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden fast 700.000 Riester-Fondssparpläne abgeschlossen. Die Zahl der Riester-Rentenversicherungen wächst dagegen langsamer als vor einem Jahr: Im ersten Quartal wurden 457.400 neue Policen der staatlich geförderten Altersvorsorge abgeschlossen, 5,6 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, meldete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Das zeigt, dass Kunden bei der Riester-Rente vermehrt zum Fondssparplan greifen. In absoluten Zahlen führen nach wie vor die Versicherer: Dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales zufolge gab es Ende 2007 insgesamt 10,8 Millionen Riester-Verträge, mehr als acht Millionen davon sind Versicherungspolicen.
"Grundsätzlich empfiehlt es sich, die staatliche Förderung mitzunehmen", sagt Andreas Beck, Vorstand des Instituts für Vermögensaufbau. "Riester lohnt sich für jeden Zulagenberechtigten." Für die langfristige Geldanlage seien Fondssparpläne besser geeignet als Versicherungen, zum einen wegen der höheren Renditechancen, zum anderen wegen der niedrigeren Gebühren. Zulagenberechtigt sind alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, aber auch Beamte.
Verkaufsschlager: Riester-Fondssparpläne in Deutschland
Die Riester-Rente ist zuletzt wegen steigender Zulagen attraktiver geworden. Finanzvertriebe werben außerdem damit, dass Riester-Verträge anders als normale Fondssparpläne von der 2009 kommenden Abgeltungsteuer befreit sind. Doch das sollte nicht den Ausschlag geben: Die Riester-Erträge unterliegen im Alter dem persönlichen Steuersatz, der den Abgeltungssatz von 25 Prozent häufig übersteigen wird.
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