40 Jahre hat es gedauert, doch nun ist sie da: die erste Studie über die Performance geschlossener Fonds. Seit 1972 gibt es die Produkte immerhin schon, zumindest bei den Emissionshäusern, die Mitglied im Verband Geschlossene Fonds (VGF) sind. Am Mittwoch stellte der VGF seine Untersuchung vor. Das sensationelle Ergebnis: Im Schnitt konnten alle bereits platzierten und aufgelösten Fonds 48 Prozent Rendite über die jeweilige Laufzeit erwirtschaften. Totalausfälle? Habe es in den 40 Jahren nur einen gegeben. Auch sonst hätten nur rund vier Prozent von 800 untersuchten Fonds Verluste gemacht.
Das Ergebnis verwundert, ist doch die Branche immer wieder durch Pleiten und dubiose Geschäftsmodelle in Verruf geraten. Sie zählt auch heute noch zum weitgehend unregulierten Graumarkt. Bei geschlossenen Fonds beteiligen sich Anleger mit ihrem Geld als Kommanditisten an einer Gesellschaft - sprich, sie engagieren sich unternehmerisch und das meist über viele Jahre. Die Gesellschaft investiert in ein oder mehrere Objekte wie Immobilien oder Schiffe. Verbraucherschützer kritisieren, dass die Produkte mit hohen Renditeversprechungen unerfahrene Anleger anlockten.
Seit Jahren versucht der VGF, die Branche aus dieser medialen Schmuddelecke zu holen und an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Neben der Einführung von Standards, wie jährlichen Leistungsbilanzen und Marktdaten, hat er sich für gesetzliche Regulierungen starkgemacht. Tatsächlich arbeitet die Bundesregierung derzeit an solchen Regeln auf Basis der europäischen AIFM -Richtlinie.
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Auch die Studie zählt zu dieser Imagepolitur. In einem ersten Schritt hat der VGF nur die bereits aufgelösten Fonds untersucht. Ab voraussichtlich 2013 sollen dann jährlich aktualisierte Performancedaten der laufenden Fonds erscheinen. Das Ziel: Man wolle endlich mit dem Vorurteil aufräumen, die Fonds brächten den Anlegern nur Verluste, so Eric Romba, Geschäftsführer des VGF.
Ein Glück für den Verband, dass die Ergebnisse nun so äußerst positiv ausfielen - und dass ausschließlich die Daten der aktuellen Verbandsmitglieder in die Erhebung einflossen. All die Schmuddelkinder, einige einst anerkannte Verbandsmitglieder wie das Emissionshaus Falk, blieben außen vor. Auch wurde genau jenes Jahr nicht mehr mit einbezogen, in dem die Krise der Schiffsfonds ausbrach: 2011. Gott sei Dank - nicht, dass das Image weiter leidet.