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  FTD-Serie: 10 Jahre Dotcom-Blase

Es gab die Blender und Betrüger, die kleinen Gründer und großen Gurus, die Ideengeber und ihre Investoren. Sie alle hatten den Traum von einer neuen Technologie und einem neuen Unternehmertum. FTD-Redakteure erzählen Geschichten, die für die New Economy in Deutschland typisch waren.

Merken   Drucken   12.03.2010, 14:55 Schriftgröße: AAA

10 Jahre Blase am Neuen Markt: Der Profiteur des Dotcom-Hypes  

Mit Web.de platzierte Matthias Greve eine der wenigen profitablen Firmen am Neuen Markt. Er selbst wurde damit zum Multimillionär - und versucht seitdem vergeblich, den Erfolg zu wiederholen. von Matthias Lambrecht
Grau geworden: Matthias Greve residiert als Chef der Firma Videoweb ...   Grau geworden: Matthias Greve residiert als Chef der Firma Videoweb in der gleichen Fabrik wie 2001 als Vorstandschef von Web.de
Nur einmal kann sich Matthias Greve ein Grinsen nicht verkneifen. Als Vorstandschef von Web.de hatte er damals, Mitte 2000, versucht, den Aktionären und Analysten das "Ergebnis vor Marketinginvestitionen" als aussagefähige Kennzahl zu verkaufen.
Es war ein neu kreierter Wert und der Versuch, wenigstens auf eine schwarze Zahl zu kommen, um den Börsenkurs der jungen Internetfirma nach oben zu treiben. Als Greve nun daran denkt, huscht dieses Grinsen über sein Gesicht. "Wir haben immer die notwendige Rücksicht auf den Kapitalmarkt genommen", sagt er dann wieder ernst. "Aber oberstes Ziel war es, ein langfristig tragfähiges Geschäft zu entwickeln."
Greve ist einer der größten Profiteure der New Economy, auch wenn er nie eine ihrer schillernden Figuren war. Ja, da war der Kniff mit der neuen Kennzahl. Da waren wie bei anderen Dotcom-Buden die Marketingmillionen in den Anfangsjahren. Und da waren die fast unglaublichen Kurssprünge, nachdem er und sein Bruder Michael ihr Startup im Februar 2000 für 183 Mio. Euro am Neuen Markt platziert hatten, wenige Tage vor dem Allzeithoch. Mehr aber war da nicht, keine Bilanztricks, keine fingierten Ad-hoc-Meldungen, keine Luxusjachten.
Die Web.de-Gründer wurden als geschickte Unternehmer zu Multimillionären. Mit einem guten Geschäftsmodell und etwas Glück. Sie schafften es gerade noch rechtzeitig auf eine Welle, die sie ganz nach oben trug. Und sie hielten sich irgendwie, als die Welle dann brach und viele andere unter sich begrub oder davonspülte.

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  • FTD.de, 12.03.2010
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