Börsenspekulant Florian Homm im November 2004
Den letzten, alles entscheidenden Hinweis will Resch jetzt gut bezahlen: mit sagenhaften 1,1 Mio. Euro. Das hohe Kopfgeld stammt von Reschs Auftraggebern, die selbst anonym bleiben wollen. Denn die Suche nach dem Flüchtigen ist auch ein Wettrennen der Jäger.
Seit viereinhalb Jahren ist Florian Homm verschwunden. Der Großneffe des verstorbenen Versandhauskönigs Josef Neckermann war einst das Enfant terrible der Finanzbranche, die Verkörperung der skrupellosen Heuschrecke. Arroganz machte er zu seinem Markenzeichen. Er tingelte von Talkshow zu Talkshow, paffte dicke Zigarren und erklärte immer wieder, was für ein toller Typ er sei. "Ich war eine wichtige Figur bei 60 Börsengängen." Frühere Mitarbeiter beschreiben ihn als aufbrausend und vulgär.
Mit Leerverkäufen scheffelte er Millionen, vergoldete fallende Kurse. Doch dabei ging es nicht immer mit rechten Dingen zu. Die Kursverluste redete er herbei, streute Gerüchte und negative Analysen, etwa beim Autovermieter Sixt oder beim Immobilienkonzern WCM. Die Börsenaufsicht BaFin schritt ein, maßregelte Homm und verhängte Bußgelder. "Inkompetente Regulierer", schimpfte der und lächelte die Strafe weg.
Über Nacht wurde er bekannt, als er 2004 beim Bundesligisten Borussia Dortmund einstieg. Mit 25 Prozent Aktienanteil fühlte er sich als Mr Borussia. "Ohne mein Investment wäre der Verein reif für die Regionalliga", tönte er damals. Den Verein sah er als sein Eigentum, mischte sich immer wieder in das Tagesgeschäft ein.