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Merken   Drucken   10.01.2012, 11:15 Schriftgröße: AAA

Agenda: Zeit für eine Kapitalismus-Korrektur

Das Vertrauen in den Kapitalismus ist erschüttert, weil sich Banker, Manager und Händler weiter bereichern - während der Rest der Welt sparen muss. Soll der Kapitalismus überleben, müssen wir ihn neu erfinden.
© Bild: 2010 Jerry Lampen / Reuters
Das Vertrauen in den Kapitalismus ist erschüttert, weil sich Banker, Manager und Händler weiter bereichern - während der Rest der Welt sparen muss. Soll der Kapitalismus überleben, müssen wir ihn neu erfinden. von John Plender
Dieser Artikel ist Auftakt für eine Serie, die über den Kapitalismus nach Ausbruch der Finanzkrise 2007 neu nachdenken will - und die in den kommenden zwei Wochen auf den Kommentarseiten der FTD veröffentlicht wird.

Der Kapitalismus ...

 

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Gierige Banker, überbezahlte Manager, blutleeres Wachstum, Arbeitslosigkeit auf hartnäckig hohem Niveau - das sind nur ein paar der Themen, die die Menschen auf die Straße getrieben haben. Die Bürger in den Industrieländern sind unzufrieden mit dem Kapitalismus. Das System, so der weitverbreitete Eindruck, liefert nicht mehr.
Weniger als die Hälfte der Briten und Amerikaner, die die PR-Firma Edelman 2011 für ihr "Trust Barometer" befragte, glauben, dass die Wirtschaft das Richtige tut. Damit schneiden die USA und Großbritannien nur marginal besser ab als Russland. Wir sprechen deshalb von einer Legitimitätskrise. Die "Betriebslizenz" der Wirtschaft erodiert.
Das Vertrauen in den Kapitalismus hat abgenommen - dabei ist es die Grundvoraussetzung für den Erfolg jedes Geschäfts. Es gibt einen guten Grund für den Vertrauensverlust: die wachsende Ungleichheit.
Eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergab kürzlich, dass die reichsten Amerikaner in den vergangenen drei Jahrzehnten den Großteil der Einkommenssteigerungen eingeheimst haben. Ähnliches gilt in Großbritannien. In beiden Ländern haben Firmen- und Finanzmanager die Beute zu weiten Teilen unter sich aufgeteilt.
Gehälter von US-Vorstandvorsitzenden als Vielfaches des ...   Gehälter von US-Vorstandvorsitzenden als Vielfaches des Durchschnittslohns eines US-Arbeiters
Der Autor Stewart Lansley schreibt in seinem neuen Buch über "Die Kosten der Ungleichheit", dass die moderne Wirtschaft aus zwei Spuren zu bestehen scheint: einer Schnellspur für die Superreichen und einer verstopften Spur für alle anderen.
Vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2007 stieg der Lebensstandard der Menschen auf der langsamen Spur - obwohl sich ihr Realeinkommen nicht veränderte. Sie beliehen einfach ihre Häuser stärker.
Seit Ausbruch der Krise jedoch sinkt der Lebensstandard der Hausbesitzer in den USA und Großbritannien, und sie kämpfen, um ihre einmalig hohen Schulden bedienen zu können. Gleichzeitig, so Lansley, habe die globale Elite der Superreichen eine neue Cashcow entdeckt: das Finanzwesen.

Teil 2: Ärger über die Währungsunion und die Sparprogramme

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