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Merken   Drucken   19.12.2010, 09:00 Schriftgröße: AAA

Altersvorsorge: Wo die höchste Nettorente rausspringt

Die neue Rentenbesteuerung steckt voller Tücken. Wer sich bei seiner Police auf Bruttoangaben verlässt, spart gefährlich. Entscheidend ist, wie viel Rente netto übrig bleibt. Und da gibt es oft böse Überraschungen. Capital hat nachgerechnet, bei welcher Sparform mehr Netto übrig bleibt. von Britta Langenberg
Wie es um ihre finanzielle Zukunft in zehn oder 20 Jahren bestellt ist, können die Deutschen in den jüngsten Rentenberichten der Bundesregierung nachlesen. Die Botschaft lautet: gar nicht schlecht. Das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente sinke zwar, sie bleibe jedoch "zentrale Säule" der Altersversorgung. Das Loch soll private Vorsorge ausgleichen. Im jüngsten Alterssicherungsbericht rechnet das Sozialministerium vor, dass die netto verfügbare Gesamtversorgung bis 2030 sogar steigt – vorausgesetzt natürlich, die Bürger sparen wie gewünscht eifrig privat.
Heute fördern, morgen fordern – dieses Konzept soll die Alterssicherung der Deutschen retten und zugleich die Staatsfinanzen. Der Staat pumpt Milliarden in die freiwillige Vorsorge. Im Gegenzug verlangt er künftig mehr Steuern auf Renten. Das gilt insbesondere für die staatlich geförderten Produkte: Riester- und Rürup-Verträge sowie die betriebliche Altersversorgung (bAV).
Senioren-Paar auf einer Bank auf einem Deich   Senioren-Paar auf einer Bank auf einem Deich
Damit die offizielle Rechnung aufgeht, sollten allerdings die Annahmen stimmen. Und das tun sie nicht: Mal gehen die Rechenmodelle im Alterssicherungsbericht von 45 Beitragsjahren aus, die kaum ein Akademiker erreicht. Mal setzen sie voraus, dass alle so intensiv riestern wie möglich, was nicht so ist.
Die Realität fünf Jahre nach der großen Reform der Alterseinkünfte ist ernüchternd. Die Mechanik der nachgelagerten Besteuerung – Beitragszahlung aus dem Bruttoeinkommen, Besteuerung der Renten – ist Sparern nach wie vor fremd. Zumal die Gesetze viel zu kompliziert sind.
Hauptsache, vorsorgen, empfehlen Sozialminister seit Jahren – und verweisen auf milliardenschwere staatliche Zuschüsse. Klingt gut. Doch die Großmut des Staates hat Grenzen: Im Alter müssen geförderte Renten voll versteuert werden, bei Rentenbeginn ab 2040 auch die gesetzlichen. Dann wandelt sich die nachgelagerte Besteuerung zur nachgesteuerten Belagerung.
Das stellt Sparer vor die unbequeme Frage: Wo springt fürs Geld netto die höchste Rente heraus, also nach Steuern und Abgaben? Dazu schweigt die Ministerriege. Der Alterssicherungsbericht formuliert sibyllinisch: "Es obliegt den mündigen Bürgerinnen und Bürgern, aus der Vielzahl der staatlich geförderten Angebote das für sie passende auszusuchen."
Gab der Riester-Rente den Namen: Ex-Bundesarbeitsminister Walter ...   Gab der Riester-Rente den Namen: Ex-Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD)
Diese Aufgabe überfordert selbst manchen Finanzexperten. Für Capital hat daher das Analysehaus Morgen & Morgen in drei konkreten Modellfällen eine Auswertung erstellt, die Top-Produkte verschiedener geförderter und privater Rententypen vergleicht (siehe Kasten "Nettorechner"). Dabei variierten die Analysten die Vermögenssituation im Alter sowie den Versicherungsstatus.
Am Ende zählt ausschließlich die Nettorente
Im Brutto-netto-Dschungel ist eine Tendenz für die angestellten Gutverdiener klar erkennbar: Mit einer guten Riester-Rente fahren gesetzlich Krankenversicherte netto am besten, Privatversicherte indes mit einer Entgeltumwandlung der betrieblichen Altersversorgung. Außen vor blieben Rürup-Renten, die zwar einträglich sein können, sich wegen des starren Sparrahmens aber selten für Angestellte eignen.
"Ohne individuelle Nettobetrachtung kann heute niemand mehr solide entscheiden, welche Rentenart für ihn günstig ist", urteilt Morgen?&?Morgen-Geschäftsführer Martin Zsohar. Zugleich komme es auf leistungsstarke Produkte an: "Die richtige Rentenart allein kann Verluste durch einen schwachen Vertrag nicht wettmachen."

Teil 2: Die Rente ist sicher, ihre Höhe nicht

Gefunden bei: capital.de

  • capital.de, 19.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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