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  FTD-Serie: Ausblick 2011

Auf welche Trends müssen sich Unternehmen einstellen, welche Personalentscheidungen stehen an? Was bewegt die Märkte? Welche Änderung der politischen Rahmenbedingungen steht an? Die FTD wirft vorab einen Blick aufs Jahr 2011.

Merken   Drucken   30.12.2010, 09:20 Schriftgröße: AAA

Ausblick 2011: Die zwei Gesichter der Weltwirtschaft

Die globale Konjunktur wird 2011 unterschiedliche Wege gehen. Ob sich Deutschland auf der lachenden Seite befindet, hängt an der Entwicklung in Asien - und der Zukunft des Euro. Eine Analyse. von Martin Kaelble, Berlin
Das Jahr 2010 werden Unternehmer, Verbraucher und Politiker rund um die Welt in höchst unterschiedlicher Erinnerung behalten: Während die Wirtschaft in Deutschland und anderen Teilen der Welt eine Überraschungsparty feierte, herrschte in der Peripherie Europas Katerstimmung inmitten hoher Schuldenberge.
Auch 2011 wird die Weltwirtschaft wohl weiter zwei Gesichter tragen: "Die Länder, die unter Immobiliencrashs und Schuldenkrisen leiden, werden sich weiterhin nur langsam erholen, deutlich stärker dürften andere Länder - speziell die Schwellenländer - wachsen", heißt es bei den Ökonomen der Deutschen Bank.
Doch auch in den Partyländern dürfte 2011 wieder Normalität einkehren. Einige Optimisten erwarten in Deutschland zwar eine Fortsetzung des großen Booms. So erwartet Carsten Klude , Chefvolkswirt der Privatbank M.M. Warburg, dass das Wirtschaftswachstum im zweiten Jahr in Folge positiv überrascht und rund drei Prozent betragen wird. Die meisten rechnen jedoch mit einer Rückkehr zu normaleren Raten. Der ganz große Rückpralleffekt auf den historischen Einbruch 2009 scheint vorbei.
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Das gilt nicht nur für die deutsche Wirtschaft, sondern auch für die asiatischen Überflieger - denen Länder wie Deutschland die Party in diesem Jahr maßgeblich verdankten. "Das Wachstum in Asien wird deutlich schwächer als 2010 ausfallen", betont Juliana Lee, Asienökonomin der Deutschen Bank in Hongkong. Die meisten Zentralbanker zwischen Peking und Jakarta blicken schon jetzt sorgenvoll auf die anziehende Inflation. 2011 dürften sie sich darauf konzentrieren, das Expansionstempo ihrer Volkswirtschaften zu drosseln. Das gilt besonders für China, das weiterhin von der Gefahr einer Immobilienblase bedroht ist.
Unter dem Strich befindet sich die Weltwirtschaft aber auch mit schwächeren Zuwächsen auf einem kräftigen Erholungspfad - vorausgesetzt, es gibt keine negativen Überraschungen. Potenzielle Auslöser dafür gibt es zuhauf, allen voran die Euro-Krise. "Geriete sie außer Kontrolle, käme es wie nach der Lehman-Pleite zu einem Schock, der vermutlich eine schwere Rezession auslösen würde - ohne dass die Staaten die Mittel hätten, sie mit Konjunkturprogrammen zu bekämpfen", warnt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.
Viel wird 2011 auf die Politik ankommen. Dabei sind nicht nur die Schuldenländer gefragt. Die Umsetzung des neuen Rahmens zur makroökonomischen Überwachung und die Stärkung des Stabilitätspakts müssten beschleunigt werden, so Michael Heise , Chefökonom der Allianz. Viele Fragen zur Zukunft der Euro-Zone bleiben ungeklärt, wenn die Märkte zu Jahresbeginn wieder öffnen.
Immerhin sehen Ökonomen Fortschritte in den Krisenländern. "Die steigende Produktivität ist ein Beleg für eine sich bessernde Wettbewerbsfähigkeit der spanischen und irischen Volkswirtschaft. In Griechenland geht das Staatsdefizit allmählich zurück", betont Heise. Spanien hat sein Konsolidierungsziel für 2010 laut Commerzbank sogar übertroffen.
So scheint der Grat, auf dem sich die weltwirtschaftliche Erholung bewegt, breiter. Doch der Abgrund bleibt aufgrund der Euro-Krise immer noch in Sichtweite.

Teil 2: Die wirtschaftlichen Aussichten für 2011

  • FTD.de, 30.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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