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Merken   Drucken   14.01.2012, 17:00 Schriftgröße: AAA

Ausweg aus der Krise: Mein Glaube an den Kapitalismus ist unerschütterlich

Es hat noch immer seine Existenzberechtigung. Verzweifelt nicht: Ihr könnt dem kapitalistischen System auf die Beine helfen. Ein fiktiver Brief von Adam Smith - diktiert von David Rubenstein.
© Bild: 2012 Bloomberg/CHIP EAST
Kommentar Es hat noch immer seine Existenzberechtigung. Verzweifelt nicht: Ihr könnt dem kapitalistischen System auf die Beine helfen. Ein fiktiver Brief von Adam Smith - diktiert von David Rubenstein.
David Rubenstein ist Geschäftsführer und Mitgründer von The Carlyle Group, einer der größten amerikanischen Private-Equity-Gesellschaften.

Was ist nur aus meinem geliebten Kapitalismus geworden? Länder wanken, Proteste grassieren, Arbeitslosenzahlen vervielfachen sich. Es gibt Defizite allerorten, und die Tugenden des Kapitalismus stehen infrage. Ausgehend von ein paar Hundert Jahren der Beobachtung hege ich einige neue Gedanken, wie dieses System noch ein paar Hundert Jahre mehr erhalten werden kann - oder dass es wenigstens 2012 besser wird, als es 2011 war.
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Ich freue mich, dass der Kapitalismus in praktisch allen Teilen der Welt über Kommunismus und Sozialismus obsiegt hat. Die Ironie ist, dass die talentiertesten Kapitalisten in einstmals kommunistischen und sozialistischen Ländern zu finden sind. Heute werden diese Länder liebevoll "Schwellenmärkte" genannt.
Dieser Triumph wurde errungen, weil die größte Stärke des Kapitalismus - die produktive Wirtschaftstätigkeit - es fertigbrachte, mehr Chancen für mehr Menschen zu schaffen, als irgendjemand (auch ich) jemals erwartet hätte. Und mit mehr Wohlstand können jetzt Milliarden Menschen der Mittelschicht ihren Nachkommen Vorzüge bieten: eine Ausbildung sichern, in einst unvorstellbarem Ausmaß lebensnotwendige Güter und Luxusgüter erwerben, einen Großteil ihres Lebens mit Freizeitaktivitäten zubringen und mit größerer wirtschaftlicher Sicherheit in Ruhestand gehen.
All das stimmt mich zufrieden.
Der Kapitalismus ...

 

Der Kapitalismus ...

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Nicht zufriedenstellend ist die Sichtweise, der Kapitalismus müsse perfekt funktionieren, damit er eine Existenzberechtigung habe. Ich habe nie gesagt, er sei vollkommen, sondern nur, er sei besser als alle Alternativen.
Ich hatte stets das Gefühl, dass er zwei große Mankos hatte (die in den vergangenen Jahren immer gravierender wurden). Das erste Manko ist, dass zügellose Begeisterung für das Anhäufen von Vermögen zu nicht tragfähigen Boomphasen und unvermeidlichen Zusammenbrüchen führt. Die große Rezession, die durch billige Kredite ausgelöst wurde, ist ein Paradebeispiel dafür.
Das zweite Manko ist die Ungleichheit, die entsteht, wenn das unbedingte Streben nach Vermögensanhäufung diejenigen zurücklässt, die (zumeist ohne eigene Schuld) nicht so gut mithalten können. Die Einkommensungleichheit in vielen reichen Ländern ist inzwischen die größte, seit ich von der Bühne abgetreten bin - und damals war sie schon nicht schön.
Zwar gibt es gegen die beiden großen Mankos des Kapitalismus kein einfaches Heilmittel, doch ich persönlich würde 2012 Folgendes tun, damit das System wieder auf die Füße kommt und Einkommensungleichheiten reguliert werden.

Teil 2: Zentrum des Kapitalismus verlagert sich auf Schwellenmärkte

  • FTD.de, 14.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 21.01.2012 11:48:07 Uhr   focus: Ausweg Schattenbanken?

    1. Im Quran sind seit 1.500 Jahren Banken verboten! Im neuen Testament sind seit 2.000 Jahren Banken verboten! Warum wohl?

    2. Weswegen hat Jesus die Geldwechsler aus dem Tempel mit der Peitsche vertrieben?

    3. Bei den alten Sumerern war es üblich, dass alle Zinsschulden nach 7 Jahren für nichtig erklärt wurden.

    Warum wohl?

  • 17.01.2012 10:57:39 Uhr   Strichnid: @Aufklärer
  • 15.01.2012 18:42:56 Uhr   Demokratie-Jetzt: Die Wiederholung der Unwahrheit
  • 15.01.2012 17:59:15 Uhr   Aufklärer: Einkommensverteilung
  • 15.01.2012 17:49:32 Uhr   Aufklärer: Vorurteile statt Wissen?
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