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Merken   Drucken   15.11.2011, 18:18 Schriftgröße: AAA

Börsenbericht: Bonds weisen Aktienmärkten Weg nach unten

Das Durcheinander an den Anleihmärkten hat den DAX ins Minus gedrückt und zeigt die anhaltende Unsicherheit der Anleger. Die steigenden Rendite für Staatsanleihen sind weiterer Ausdruck der Angst, die Schuldenkrise nicht in den Griff zu bekommen.
Das mangelnde Vertrauen in die Sanierungsbemühungen hoch verschuldeter Euro-Länder hat den Aktienkursen am Dienstag zugesetzt. "Die nervösen Investoren sind sich der Ansteckungsgefahren nur allzu bewusst", sagte Aktienstratege Stan Shamu vom Handelshaus IG Markets. "Jetzt stehen die größeren Volkswirtschaften im Mittelpunkt."
Kursinformationen und Charts
  Allianz 75,46 EUR  [-0.06 -0,08%
  Bayer 50,45 EUR  [-0.39 -0,77%
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Am Nachmittag sorgten besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten aber für etwas Erleichterung. Der DAX  machte seine Verluste zeitweise wett, prallte dann aber an der Marke von 6000 Punkten ab. Der deutsche Leitindex schloss 0,9 Prozent im Minus, nachdem er am Montag bereits 1,2 Prozent verloren hatte. Der EuroStoxx50  gab 1,3 Prozent auf 2258 Zähler nach.
Für eitel Sonnenschein sahen Anleger ohnehin keinen Grund. "Die Finanzmärkte sind weltweit am Scheideweg", schrieben die Analysten der Barclays Bank in einem Kommentar. "Eine weitere Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise gefährdet die langsame Stabilisierung des Weltwirtschaftswachstums und damit auch den Auftrieb risikoreicher Anlagen außerhalb Europas." Sie plädierten für eine größere Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der Bekämpfung der Schuldenkrise.
Anleihe-Renditen geben Richtung des Aktienmarktes vor
Den Takt am Aktienmarkt gab am Dienstag die Entwicklung der Anleihe-Renditen vor. Die Risikoaufschläge für zehnjährige italienische Papiere stiegen zeitweise erneut über die Marke von sieben Prozent. Die Renditen spanischer Bonds seien ebenso, wie diejenigen für niederländische Staatsanleihen gestiegen, teilte der Datenanbieter Tradeweb mit. Die Spreads französischer und österreichischer Papiere erreichten den höchsten Stand seit Euro-Einführung. Die anziehenden Spreads der Niederlande und Österreichs seien beunruhigend, sagte Zinsstratege Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets. "Anleger blicken nun auch auf Deutschland aufgrund der Sorgen nicht nur um Italien, sondern um die Euro-Zone als Ganzes."
Daneben drückten die Daten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Stimmung. Börsenprofis blicken demnach so skeptisch auf die deutsche Wirtschaft wie seit rund drei Jahren nicht mehr. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sanken im November den neunten Monat in Folge und mit 6,9 auf minus 55,2 Punkte stärker als erwartet.
Ackermann verzichtet auf Aufsichtsratsspitze
Zu den großen Verlierern im DAX zählte die Deutsche Bank , deren Aktie sich um bis zu 3,9 Prozent auf 27,52 Euro verbilligte. Sie schloss bei 27,95 Euro 2,4 Prozent niedriger. Am Montag hatte Vorstandschef Josef Ackermann  überraschend den Verzicht auf einen Wechsel an die Aufsichtsratsspitze bekanntgegeben. Die Nominierung von Paul Achleitner für den Posten sahen Analysten kritisch. Der Kauf der Dresdner Bank durch die Allianz , den der Finanzvorstand des Versicherers mit eingefädelt hatte, und den späteren Verkauf der Dresdner an die Commerzbank  seien kein Glanzstück gewesen, sagte einer von ihnen. Allianz-Titel beendeten den Tag 2,2 Prozent schwächer.
Auch auf europäischer Ebene richteten sich die Blicke auf die Finanzbranche. An der Mailänder Börse brachen die Papiere der Unicredit  um bis zu 9,6 Prozent ein. Italiens größtes Bankhaus benötigt nach Abschreibungen von mehr als 10 Mrd. Euro 7,5 Mrd. Euro frisches Geld. Der europäische Bankenindex gab 1,9 Prozent nach.
Dagegen waren im DAX die als weniger konjunkturanfällig geltenden Pharmawerte gesucht. Fresenius Medical Care  schlossen mit einem Plus von 1,7 Prozent. Fresenius  legten 0,6 Prozent zu, Bayer  -Aktien verteuerten sich um 0,5 Prozent.
02:21:00 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Allianz 75,46 EUR   -0,08%  -0.06
Bayer 50,45 EUR   -0,77%  -0.39
Commerzbank 1,408 EUR   0,00%  0
DAX 6315,89    +0,48%  30.14
Fresenius 75,56 EUR   -0,09%  -0.07
Fresenius Medical Care 52,87 EUR   +0,55%  0.29
Metro 22,48 EUR   -5,35%  -1.27
Wal-Mart 65,07 USD   +0,76%  0.49
  • Reuters, 15.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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